Weltpolitik

Extremisten-Proteste in Deutschland vor Eskalation

Der deutsche Inlandsgeheimdienst warnt angesichts der Krawalle von Hooligans und Rechtsextremisten vor einer Eskalation der Gewalt bei Protesten gegen Islamisten. "Es besteht Anlass zur Sorge, dass sich die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Extremisten auf unseren Straßen weiter aufschaukeln", so der Präsident des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, in Berlin.

Extremisten-Proteste in Deutschland vor Eskalation SN/APA (Archiv/epa)/Caroline Seidel
Hooligans gegen Salafisten.

"Der Konflikt in Syrien und dem Irak spiegelt sich auch in Deutschland wider", ergänzte er. Derzeit würden sich in Deutschland lebende und besonders gewaltbereite Tschetschenen verstärkt zum Salafismus hinwenden. Mit der weiterhin stark zunehmenden Zahl von Salafisten in Deutschland erhöhe sich auch das Rekrutierungspotenzial für den Jihad, den sogenannten Heiligen Krieg.

Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden sind in den vergangenen Jahren rund 450 Islamisten aus Deutschland in die Kampfgebiete im Nahen Osten ausgereist. Etwa 150 von ihnen sind inzwischen zurückgekehrt.

In der westdeutschen Stadt Köln hatte es am Sonntag bei einer Demonstration von rund 4.800 Hooligans und Neonazis unter dem Motto "Hooligans gegen Salafisten" Straßenschlachten mit der Polizei gegeben. Dabei wurden 49 Beamte verletzt, gegen knapp 60 Verdächtige ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch.

Radikale Salafisten lehnen westliche Demokratien ab und sehen eine "islamische Ordnung" mit islamischer Rechtsprechung (Scharia) als einzig legitime Staats- und Gesellschaftsform an.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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