Weltpolitik

Falsche US-Botschaft in Ghana nach zehn Jahren geschlossen

Im westafrikanischen Ghana haben die Behörden eine falsche US-Botschaft geschlossen, die zehn Jahre lang gegen hohe Zahlungen illegal Visa und Ausweise ausgegeben hat. Das US-Außenministerium teilte mit, die vermeintliche US-Vertretung sei in einem baufälligen Gebäude in der Hauptstadt Accra von einem kriminellen Netzwerk aus Ghana und der Türkei betrieben worden

Um lange ungehindert agieren zu können, habe das kriminelle Netzwerk korrupte Beamten bestochen. Im Rahmen einer groß angelegten Sicherheitsüberprüfung hatten die US-Behörden einen Hinweis erhalten und mit der Polizei vor Ort sowie internationalen Partnern den Ring ausgehoben.

In den Räumen der angeblichen Botschaft hing ein Foto von US-Präsident Barack Obama, auf dem Dach wehte eine US-Flagge. Englisch sprechende türkische Staatsbürger gaben sich den Angaben zufolge als Konsulatsbeamte aus. Die falsche Botschaft hatte drei Tage die Woche morgens geöffnet, jedoch war sie nur nach Terminabsprache zugänglich.

Das Netzwerk hatte für seine Dienste in anderen westafrikanischen Ländern Werbung gemacht und Interessierte aus Ghana, Togo oder der Cote d'Ivoire nach Accra gebracht. Die echte US-Botschaft in Ghana ist ein stark gesicherter Komplex, vor dem täglich eine lange Menschenschlange auf Einlass wartet.

Im Zuge der Ermittlungen sei auch eine falsche niederländische Botschaft aufgeflogen. Unklar sei noch, wie das Netzwerk an die echten Visa-Dokumente gelangt sei, die sie dann wie auch andere Ausweispapiere unrechtmäßig ausgegeben habe. Eine gefälschte Geburtsurkunde habe etwa 6000 Dollar (5.638 Euro) gekostet. Bei den Razzien seien auch echte und nachgemachte Visa für den Schengen-Raum, Indien und Südafrika sichergestellt worden. Offen blieb, wie viele Menschen mit einem gefälschten Visum ausgereist sind.

Quelle: Apa/Ag.

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