Weltpolitik

FARC-Rebellen stimmen auf Konferenz über Friedensvertrag ab

Die FARC-Rebellen in Kolumbien haben mit ihren Beratungen über den historischen Friedensvertrag begonnen, mit dem der jahrzehntelange Konflikt im Land beendet werden soll. Mit dem Abkommen sei "definitiv klargestellt, dass es in dem Konflikt weder Gewinner noch Verlierer" gebe, sagte der FARC-Kommandant Timoleon Jimenez alias Timochenko am Samstag bei der Eröffnung der Konferenz.

FARC-Rebellen stimmen auf Konferenz über Friedensvertrag ab SN/APA (AFP)/LUIS ACOSTA
FARC Rebellen beraten über den Frieden.

"Wenn unsere Gegner verkünden wollen, dass sie den Krieg gewonnen haben, ist dies ihre Sache", sagte Timochenko zum Auftakt der zehnten nationalen FARC-Konferenz in Llanos del Yari im Südosten des Landes vor rund 500 FARC-Mitgliedern und rief zur Ratifizierung des Friedensvertrags auf. "Für die FARC und unser Volk wird die größte Befriedigung sein, den Frieden gewonnen zu haben." Es ist das erste Mal, dass die linksradikalen Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) bei einer Konferenz nicht über den Kampf gegen die Regierung diskutieren, sondern über den Frieden.

Es ist auch das erste Mal, dass sich die FARC-Rebellen mit Billigung der Regierung in aller Öffentlichkeit treffen. Timochenko appellierte an die rund 200 stimmberechtigten Delegierten, den im August geschlossenen Friedensvertrag zu ratifizieren. "Das Schicksal Kolumbiens liegt in euren Händen", sagte er. Timochenko hatte sich seit seinem Antritt als FARC-Kommandant 2011 für ein Friedensabkommen eingesetzt.

Die FARC kämpfte seit 1964 gegen Großgrundbesitzer und die Regierung des lateinamerikanischen Landes. In dem Konflikt, in den neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen, rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt waren, wurden mehr als 260.000 Menschen getötet, 45.000 Menschen gelten als vermisst. Sieben Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben.

Am 24. August einigten sich die FARC und die kolumbianische Regierung nach jahrelangen Verhandlungen in Havanna auf ein Friedensabkommen. Seit dem 29. August ist ein Waffenstillstand in Kraft. Sollte die FARC-Konferenz wie erwartet den Vertrag ratifizieren, wird Timochenko ihn am 26. September mit Präsident Juan Manuel Santos unterzeichnen, bevor die kolumbianische Bevölkerung am 2. Oktober in einem Referendum darüber abstimmt.

Der 297-seitige Friedensvertrag besteht aus sechs Teilabkommen. Darin geht es um Wiedergutmachung für die Opfer des Konflikts, eine Landreform, die Entwaffnung der Rebellen, ihre Umwandlung in eine politische Partei, den Kampf gegen den Drogenhandel sowie die Umsetzung des Abkommens. Wird das Abkommen gebilligt, will die Regierung in Bogota auch Friedensgespräche mit der kleineren Rebellengruppe ELN beginnen.

Quelle: Apa/Ag.

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