Weltpolitik

Flüchtlinge: Deutsche Polizei wies im Vorjahr 620 Minderjährige zurück

Die deutsche Polizei hat im vergangenen Jahr 620 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an den Grenzen zurückgewiesen. Dies geht aus einer Antwort der deutschen Regierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlag. Die Jugendlichen seien zurückgewiesen worden, "weil die Einreisevoraussetzungen nicht vorlagen", so die Regierung.

Laut Regierung fehlten Einreisevoraussetzungen.  SN/APA (dpa)/Uli Deck
Laut Regierung fehlten Einreisevoraussetzungen.

Die Grünen-Fraktion im Bundestag zeigte sich empört über das Vorgehen der Bundespolizei. Die Zurückweisung von mehr als 600 Minderjährigen sei eine "massenhafte Missachtung des Kindeswohls", sagte die jugendpolitische Sprecherin der Grünen, Beate Walter-Rosenheimer, der "Rheinischen Post". Die Sprecherin forderte, dass auch in diesen Fällen geprüft werden müsse, ob sich bereits Verwandte in Deutschland aufhielten.

Im Durchschnitt erhielten im vergangenen Jahr 89 Prozent aller Jugendlichen Asyl, subsidiären Schutz oder Duldung wegen eines Abschiebeverbots. Anträge aus Marokko und dem Libanon blieben erfolglos. Es wurden zudem 162 Minderjährige aus anderen EU-Staaten übernommen, deren Familien oder Verwandte bereits in Deutschland lebten.

Unter den Zurückgewiesenen waren 2016 den Angaben zufolge 275 Afghanen, 58 Syrer sowie 39 Jugendliche aus Eritrea und 36 aus dem Irak. Wenn es Jugendliche aus diesen Ländern nach Deutschland schaffen, liegt ihre Anerkennungsquote demnach zwischen 98,4 Prozent (Syrer) und 71 Prozent (Afghanen). Insgesamt leben in Deutschland aktuell mehr als 45.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Quelle: Apa/Ag.

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