Weltpolitik

Flüchtlinge - Griechenland schob acht Syrer in die Türkei ab

Erstmals nach dem Putschversuch in der Türkei hat Griechenland am Mittwoch acht syrische Flüchtlinge zurück ins Nachbarland geschickt. Die Syrer seien an Bord eines Flugzeuges vom Flughafen der Insel Lesbos nach Adana in die Türkei geflogen, berichtete die halbstaatliche Nachrichtenagentur ANA unter Berufung auf die Polizei weiter.

Die Flüchtlinge hätten sich freiwillig gemeldet und ihre Rückreise beantragt. Zuvor hätten sie auf ihren Asylantrag in Griechenland verzichtet, hieß es. Aus diesem Grund fand diese Rückführung nicht im Rahmen des EU-Türkei-Flüchtlingsabkommens statt, hieß es aus Polizeikreisen.  

Das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei sieht vor, dass alle illegal in Griechenland eingereisten Flüchtlinge in die Türkei abgeschoben werden. Für jeden zurückgeschickten syrischen Flüchtling darf seit dem 4. April ein anderer Syrer aus der Türkei legal und direkt in die EU einreisen. Bisher ist jedoch kein einziger Syrer, der in Griechenland um Asyl angesucht hat, zurück in die Türkei geschickt worden.

Bei den insgesamt knapp 500 zurückgeschobenen Menschen handelt es sich um andere Nationalitäten oder um Syrer, die in Griechenland keinen Asylantrag gestellt haben. Zwar hat die griechische Regierung die Türkei zum sicheren Drittland erklärt, um auch syrische Flüchtlinge dorthin zurückschicken zu können, viele Asylrichter sehen die Lage jedoch anders und gewähren Syrern trotzdem Schutz in Griechenland. Zudem ziehen sich die Asylverfahren wegen fehlender Richter in die Länge.

Quelle: Apa/Dpa

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