Weltpolitik

Flüchtlinge setzen Hungerstreik an serbischer Grenze fort

Etwa 50 Flüchtlinge, vorwiegend aus Afghanistan und Pakistan, haben laut serbischen Medienberichten unweit des serbisch-ungarischen Grenzüberganges Horgos-Röszke ihren am Montag gestarteten Hungerstreik fortgesetzt. Ursprünglich waren es rund 130, die meisten gaben unterdessen den Hungerstreik wegen Erschöpfung auf. Zwei Hungerstreikende kollabierten am Dienstag nach Medienangaben.

Die Hungerstreikenden würden jede Nahrung, die ihnen von Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt werde, ablehnen, und nur Wasser zu sich nehmen, hieß es ferner. Sie tragen rote Mützen, um sich von anderen Flüchtlingen zu unterscheiden. Sie hoffen, durch ihren Protest die ungarischen Behörden dazu zu bewegen, auch ihnen Asyl zu gewähren.

Sie hätten darauf keine Chancen, sagte Nenad Ivanisevic, Staatssekretär im serbischen Arbeitsministerium, das für die Flüchtlingskrise zuständig ist. Dies sei den Flüchtlingen auch klar gesagt worden, unterstrich er. Sie würden entweder um Asyl in Serbien ansuchen oder in jenes Land zurückkehren müssen, aus dem sie nach Serbien gekommen seien, präzisierte er.

Seit der Vorwoche sind in Serbien strengere Polizei-Militär-Kontrollen an der Grenze zu Bulgarien und Mazedonien im Gang, über die die meisten Flüchtlinge illegal einreisen. Der serbische Arbeitsminister Aleksandar Vulin bewertete am Montag, dass die Zahl der Neuankömmlinge bereits gesunken sei, ohne konkrete Daten zu nennen.

Die Flüchtlingszahl in Serbien wird derzeit auf etwa 3.000 geschätzt, mehr als die Hälfte dürften sich an den beiden Grenzübergängen zu Ungarn, neben Horgos auch noch Kelebija-Tompa, und in einem Aufnahmezentrum in Subotica aufhalten. Dort wird die Flüchtlingszahl unterdessen mit gut 500 angegeben, auch wenn die eigentlichen Aufnahmekapazitäten bei gut 100 liegen würden. Weiterhin hoch bewegt sich auch die Flüchtlingszahl in Belgrad, wo in einem zentral gelegenen Park derzeit etwa 700 Menschen ausharren.

Den serbischen Behörden ist es unterdessen gelungen, eine kleinere Flüchtlingsgruppe von Horgos in das Aufnahmezentrum in Sid an der Grenze zu Kroatien zu verlegen. Sie sollen dort abwarten, bis es ihnen ermöglicht wird, nach Ungarn einzureisen. Von den ungarischen Behörden werden täglich 30 Asylanträge angenommen.

Laut früheren Angaben der serbischen Behörden würden die sich derzeit in Serbien aufhaltenden Flüchtlinge zu 85 Prozent zur Gruppe der Wirtschaftsmigranten ohne Chancen auf Asyl in den EU-Staaten gehören. Ihre Asylchancen in Serbien wären ebenfalls gleich Null.

Quelle: APA

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