Weltpolitik

Frankreich gedachte der Opfer des "Charlie Hebdo"-Anschlags

Vier Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag gegen das Pariser Satiremagazin "Charlie Hebdo" haben französische Top-Politiker der Opfer gedacht. Innenminister Christophe Castaner, weitere Ressortchefs sowie die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo versammelten sich am Montag vor dem früheren Redaktionsgebäude im elften Stadtbezirk.

Viele Leute versammelten sich vor dem früheren Redaktionsgebäude SN/APA (AFP/POOL)/GONZALO FUENTES
Viele Leute versammelten sich vor dem früheren Redaktionsgebäude

Bei dem Anschlag auf "Charlie Hebdo", eine Polizistin und einen jüdischen Supermarkt waren im Jänner 2015 zusammen 17 Menschen aus dem Leben gerissen worden. Die drei islamistischen Täter wurden von der Polizei erschossen. Die Angriffe leiteten eine beispiellose Terrorserie in Frankreich ein, bei der insgesamt rund 250 Menschen starben.

Die Staatsanwaltschaft hatte erst im vergangenen Monat einen Strafprozess gegen mutmaßliche Unterstützer der Attentäter vom Jänner 2015 beantragt. Demnach sollen 14 Verdächtige vor ein Geschworenengericht gestellt werden. Ermittlungsrichter müssen noch entscheiden, ob sie diesem Antrag ganz oder teilweise folgen. Der Prozess könnte nach Informationen der Tageszeitung "Le Figaro" im kommenden Jahr beginnen und rund drei Monate dauern.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron betonte, dass die beiden Attentäter ihr Ziel nicht erreicht haben. "Diejenigen, die vor nun schon vier Jahren 'Charlie Hebdo' feige angegriffen haben, kämpften gegen die Meinungsfreiheit und damit gegen die Republik", schrieb der Staatschef am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Die Republik ist immer noch da und die Meinungsfreiheit ist stärker denn je."

Am 7. Jänner 2015 hatten die Brüder Cherif und Said Kouachi die Redaktionsräume von "Charlie Hebdo" gestürmt und zwölf Menschen getötet. Macron erklärte, diejenigen, "die das mit ihrem Leben bezahlt haben", würden nicht vergessen.

Angehörige und Freunde der Opfer sowie Regierungsvertreter und die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo versammelten sich am Montag vor den früheren Redaktionsräumen von "Charlie Hebdo", um der Anschlagsopfer zu gedenken.

Weitere Gedenkzeremonien mit Kranzniederlegungen und Schweigeminuten fanden an dem Ort statt, wo die Kouachi-Büder nach ihrer Flucht den Polizisten Ahmed Merabet getötet hatten, sowie vor dem jüdischen Supermarkt, in dem der Islamist Amedy Coulibaly am 9. Jänner 2015 Geiseln nahm und schließlich vier Juden tötete.

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