Weltpolitik

Frankreich: Proteste gegen Präsidentschaftskandidat Macron

Nach umstrittenen Äußerungen über die koloniale Vergangenheit Frankreichs hat es bei einem Wahlkampfauftritt des unabhängigen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron Proteste gegeben. Etwa 200 Menschen demonstrierten in Toulon am Mittelmeer, wie der TV- und Nachrichtensender Franceinfo am Samstag meldete.

Macron gilt als einer der Favoriten im Präsidentschaftsrennen.  SN/APA (AFP)/BORIS HORVAT
Macron gilt als einer der Favoriten im Präsidentschaftsrennen.

Der frühere Wirtschaftsminister hatte gesagt, es habe Verbrechen und barbarische Handlungen in der Kolonialzeit gegeben. Das bedeute jedoch nicht, dass Menschen, die im damals französischen Algerien lebten oder in der Armee dienten, Verbrecher gegen die Menschlichkeit gewesen seien.

Macron gilt als einer der Favoriten im Präsidentschaftsrennen. Umfragen trauen dem 39-Jährigen zu, im entscheidenden Duell die Chefin der rechten Fron National, Marine Le Pen, zu schlagen und damit eine Abkehr Frankreichs von EU und NATO zu verhindern.

Algerien und Frankreich teilen eine konfliktreiche Geschichte. Die koloniale Herrschaft und Besiedlung endete in einem blutigen Konflikt mit Hunderttausenden Toten.

Macron warf der rechtsextremen Front National (FN) explizit vor, gegen ihn Stimmung zu machen. Die Partei spiele mit Ängsten und habe Hunderte Menschen am Zugang zu der Veranstaltung gehindert.

Quelle: Apa/Dpa

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