Weltpolitik

Französische Justiz beschlagnahmte Besitz von Onkel Assads

Die französische Justiz hat mehrere Immobilien des Onkels des syrischen Machthabers Bashar al-Assad unter dem Verdacht beschlagnahmt, dass er sie durch die Unterschlagung öffentlicher Mittel erworben hat. Die Justiz ordnete bereits am 8. Juli die Beschlagnahme eines Gestüts bei Paris, zweier Wohnhäuser und mehrerer anderer Immobilien in der Hauptstadt sowie eines Bürokomplexes in Lyon an.

Der Wert dieser Immobilien von Rifaat al-Assad wird demnach auf 12,3 Millionen Euro geschätzt. Der 78-Jährige ist ein Bruder des früheren syrischen Präsidenten Hafez al-Assad, des Vaters des jetzigen Machthabers Bashar al-Assad. Er war zeitweise Vizepräsident Syriens, wurde jedoch in den 80er Jahren von seinem Bruder von der Macht verdrängt. Er pendelt heute zwischen Frankreich, Großbritannien und Spanien.

Ermittler schätzen, dass er und seine Familie in Frankreich insgesamt Vermögenswerte von 90 Millionen Euro haben. Nach einer Anzeige des Vereins Sherpa, der in mehreren Fällen unrechtmäßig erworbenen Vermögens als Nebenkläger auftritt, wurde am 9. Juni ein Verfahren gegen Rifaat al-Assad eröffnet. Seine Anwälte beklagen, dass die Vorwürfe ausschließlich auf Aussagen früherer politischer Gegner basierten.

Der frühere syrische Außenminister Abdel Hali Khaddam hatte gesagt, Hafez al-Assad habe 1984 seinem Bruder 300 Millionen Dollar gegeben, um ihn loszuwerden. Rifaat al-Assad gab seinerseits an, dass der saudi-arabische Kronprinz und spätere König Abdallah ihm in den 80er Jahren das Vermögen vermacht habe. Die Justiz bemängelt aber, dass er keine Rechtfertigung für eine Schenkung von zehn Millionen Dollar 1984 vorgelegt habe.

Quelle: Apa/Ag.

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