Weltpolitik

Französische Justiz nahm Terrorverdächtigen in U-Haft

In Frankreich ist ein 18-jähriger Student in Untersuchungshaft genommen worden, der einen Anschlag geplant haben soll. Gegen Ismael Z. sei laut Medienberichten am Freitag ein Ermittlungsverfahren wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben eingeleitet worden.

Der 18-Jährige, der im nordfranzösischen Lille studiere, habe gestanden, dass er in Frankreich eine Gewalttat habe verüben wollen. Für den Anschlag habe er mehrere Ziele, insbesondere die Metro in Lille oder ein Einkaufszentrum ins Auge gefasst, hieß es weiter. Der Student rechne sich einer radikalen islamischen Strömung zu, die Verbindungen zu Dschihadisten habe, hieß es aus Ermittlungskreisen. Über soziale Netzwerke sei Z. in Kontakt mit einem Mann in Syrien gewesen, "der sein Vorhaben inspiriert haben könnte".

Die Festnahme erfolgte nach Angaben aus Justizkreisen auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Paris. Diese habe bereits am 30. Dezember Vorermittlungen in dem Fall eingeleitet, als die Geheimdienste darauf aufmerksam geworden seien, dass sich der Student Waffen und Sprengstoff habe besorgen wollen.

Der Bruder des Verdächtigen sagte dem Fernsehsender France 3, Ismael habe sich immer weiter zurückgezogen. Er sei fast nur zum Essen aus seinem Zimmer gekommen und sei kaum ausgegangen. Die Anschlagspläne habe die Familie aber nicht kommen sehen, sagte der Bruder.

Seit den islamistischen Anschlägen vom 13. November in Paris, bei dem 130 Menschen getötet wurden, sind die französischen Sicherheitsbehörden in erhöhter Alarmbereitschaft. Der Ausnahmezustand wurde verhängt und bereits mehrfach verlängert.

Quelle: Apa/Dpa

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