Weltpolitik

Freundin von Ex-Präsidentin Park Geun Hye verurteilt

Im Korruptionsskandal um die abgesetzte südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye ist deren Vertraute Choi Soon-sil zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Choi habe dank der Beziehungen zu Park ihren Einfluss missbraucht, um ihrer Tochter auf illegale Weise die Aufnahme in die Frauenuniversität Ewha in Seoul zu verschaffen, erklärte das Seouler Bezirksgericht am Freitag.

Sie habe damit den Geschäftsbetrieb der Hochschule gestört. Choi habe sich "vieler Vergehen" schuldig gemacht, um ihrer 20-jährigen Tochter Vorteile zu verschaffen, erklärte der Richter nach Meldungen der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap

Choi muss sich wegen Korruption und anderer Vorwürfe noch in weiteren Verfahren verantworten. Die Tochter eines früheren Sektenführers ist die Schlüsselfigur in dem Skandal, der im März zur Amtsenthebung Parks als Staatschefin geführt hatte.

Die konservative Politikerin Park steht wegen Korruption, Nötigung, Machtmissbrauchs und anderer Vorwürfe ebenfalls vor Gericht. Sie soll ihrer langjährigen Freundin unter anderem die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt haben, obwohl diese kein öffentliches Amt innehatte.

Park soll Choi außerdem geholfen haben, Unternehmen einschließlich der Samsung-Gruppe Sponsorengelder für ihre Organisationen und Stiftungen abzunötigen. Die frühere Präsidentin bestreitet die Vorwürfe. Beide Frauen kennen sich bereits seit etwa 40 Jahren.

Ebenfalls am Freitag wurden die frühere Rektorin der Frauenuniversität Ewha, Choi Kyung-hee, zu zwei Jahren und der ehemalige Leiter der Zulassungsstelle der Hochschule zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Sie wurden schuldig befunden, auf Chois Forderungen eingegangen zu sein und ebenfalls den Uni-Betrieb gestört zu haben. Choi hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Ihre Tochter Chung Yoo-ra hatte trotz Fehlzeiten auch gute Noten auf der Uni erhalten. Der Fall hatte neben den Protesten gegen Park und ihre Freundin auch große Wut unter den Studenten ausgelöst. Chung war im Mai nach monatelanger Auslieferungshaft in Dänemark, wo sie sich länger aufgehalten hatte, nach Südkorea zurückgekehrt. Derzeit werden auch fragwürdige Zahlungen von Samsung untersucht, über die die Karriere Chungs als Reiterin unterstützt wurde.

Quelle: Apa/Dpa

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