Weltpolitik

Fünfter Tag der Gefechte in nordafghanischer Stadt Kunduz

Auch am fünften Tag nach dem Angriff der radikalislamischen Taliban auf die nordafghanische Stadt Kunduz gehen dort die Kämpfe weiter. "Viele Gegenden sind mittlerweile von Kämpfern befreit" worden, sagte Provinzratsmitglied Sargul Alimi am Freitag. Es schlügen aber immer noch Granaten ein und es könnte noch zwei Wochen dauern, bis alle Talibankämpfer aus der Stadt vertrieben worden seien.

Fünfter Tag der Gefechte in nordafghanischer Stadt Kunduz SN/APA (AFP)/BASHIR KHAN SAFI
Die Kämpfe in Kunduz könnten noch länger dauern.

Kunduz' Polizeichef, General Kasim Jangalbagh, sagte, die Taliban nutzten Wohnhäuser als Schutzschilde. "Wir können da nur langsam vorgehen, weil wir sonst Zivilisten in Gefahr bringen." Derzeit gebe es Gefechte an einem Ort außerhalb des Stadtzentrums. Zwei weitere Gegenden seien in der Nacht befreit worden. Dabei seien acht Taliban getötet worden. Die Gesamtzahl der getöteten Islamisten liegt nach unterschiedlichen Angaben zwischen mehr als 50 und mehr als 120.

Wie viele Kämpfer sich noch in oder am Rand der Stadt befinden und wo genau, blieb weiter unklar. Ursprünglich soll es sich nach Angaben aus internationalen Sicherheitskreisen um 100 bis 110 Angreifer gehandelt haben. General Jangalbagh sprach am Freitag von 1.000 Kämpfern. Zahlenangaben sind in Afghanistan mit Vorsicht zu betrachten.

Die Zahl der zivilen Verwundeten hat nach offiziellen Angaben die 220 überschritten. Die Hauptklinik ist ohne Ärzte, weil diese geflohen sind, die Stadt ist ohne Strom. Die UNO hatten am Donnerstag berichtet, bis zu 10.000 Menschen seien aus der Stadt geflohen.

Quelle: Apa/Dpa

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