Weltpolitik

Gabriel und Ayrault wollen für Europa zusammenarbeiten

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel und sein französischer Kollege Jean-Marc Ayrault haben eine enge Zusammenarbeit für ein starkes Europa angekündigt. "Für uns ist wichtig, dass inhaltlich und öffentlich sichtbar wird, dass Deutschland und Frankreich möglichst überall gemeinsame Positionen vertreten", sagte Gabriel am Samstag nach seinem Antrittsbesuch bei Ayrault in Paris.

Gabriel ist erst seit einem Tag Deutschlands Au§enminister.  SN/APA (AFP/French Foreign Min.)/FR
Gabriel ist erst seit einem Tag Deutschlands Au§enminister.

Das gelte nicht nur angesichts des Regierungswechsels in den USA. "Europa hat überhaupt keinen Grund, Angst vor der Zukunft zu haben", sagte Gabriel. "Wir haben keinen Grund zur Unterwürfigkeit oder Zurückhaltung." Es gebe Grund zum Selbstbewusstsein. Die beiden Minister vereinbarten demnach, dass Expertenteams beider Seiten unter anderem über die Zukunft der transatlantischen Beziehungen beraten.

Die beiden Minister seien überzeugt, "solange Deutschland und Frankreich in die gleiche Richtung schauen, kommt Europa voran", sagte Ayrault. Deutschland und Frankreich hätten die Verantwortung, das europäische Projekt zu schützen. Ein starkes Europa sei auch im Interesse der USA. Ayrault nannte den Kampf gegen die Jihadistenmiliz IS und den Ukraine-Konflikt als Beispiele.

Gabriel und Ayrault pochten auf eine Beibehaltung der Russland-Sanktionen, solange die Minsker Vereinbarungen nicht umgesetzt werden, und äußerten sich auch kritisch zum russisch-türkisch-iranischen Plan neuer Syrien-Verhandlungen. Die Friedensverhandlungen müssten im Rahmen der Vereinten Nationen fortgesetzt werden, betonten die Minsiter.

Das Gespräch der beiden befreundeten Minister dauerte rund 30 Minuten länger als ursprünglich geplant. Ayrault begrüßte Gabriel auf Deutsch. "Es ist mir eine Freude, lieber Sigmar, dich hier zu empfangen, keine 24 Stunden nach Deinem Amtsantritt als Außenminister der Bundesrepublik Deutschland", sagte er. "Das ist ein Symbol."

Gabriel hatte das Berliner Auswärtige Amt am Freitag von Frank-Walter Steinmeier übernommen, der Bundespräsident werden will. Mit seinem Besuch in Paris folgt Gabriel einer Tradition, dass der deutsche Chefdiplomat nach seinem Start im Amt zuerst den wichtigen europäischen Verbündeten Frankreich besucht.

Aus Diplomatenkreisen hieß es zudem, es sei eine "frühe Reise" des neuen Außenministers nach Brüssel geplant, "um rasch zentrale europäische Themen zu besprechen". Gabriel will außerdem bald in die USA reisen, um Vertreter der neuen Regierung von US-Präsident Donald Trump zu treffen.

Quelle: Apa/Ag./Dpa

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