Weltpolitik

Gambia: Europäische Reiseveranstalter fliegen Urlauber aus

Nach der Verhängung des Ausnahmezustands im westafrikanischen Gambia haben europäische Reiseveranstalter mit der Rückführung von rund 2.000 Urlaubern begonnen. Das Auswärtige Amt in Berlin warnte, dass eine komplette Schließung der Grenzen einschließlich des Flughafens von Banjul nicht ausgeschlossen werden könne.

Gambias abgewählter Präsident Yahya Jammeh will nicht weichen.  SN/APA (AFP)/MARCO LONGARI
Gambias abgewählter Präsident Yahya Jammeh will nicht weichen.

Der britische Anbieter Thomas Cook teilte mit, rund 1.000 Urlauber schnellstmöglich mit Sonderflügen außer Landes zu bringen. Die niederländischen Reiseveranstalter Tui und Corendon erklärten am Mittwoch, dass sie ebenfalls rund 1.000 Touristen ausfliegen würden. Thomas Cook Deutschland erklärte auf Anfrage, dass sich derzeit keine Gäste in Gambia aufhielten.

Der abgewählte Langzeitpräsident Yahya Jammeh klammert sich in Gambia an die Macht. Jammehs Amtszeit sollte nach 22 Jahren am Mittwoch enden. Am Dienstag hatte das Parlament jedoch den von ihm verhängten Ausnahmezustand gebilligt. Wahlsieger Adama Barrow wollte am Donnerstag seinen Amtseid ableisten. Viele Gambier sind aus Angst vor einem Ausbruch von Gewalt bereits in den Senegal geflohen.

Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) hat Jammeh aufgefordert, sein Amt aufzugeben. ECOWAS hat auch die Entsendung von Truppen nicht ausgeschlossen, um einen Machtwechsel herbeizuführen.

Quelle: Apa/Dpa

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