Weltpolitik

Gaza-Solidaritätsschiff passierte 100-Meilen-Grenze

Das Gaza-Solidaritätsschiff "Saytun" (Olive) hat am Mittwoch in der Früh die 100-Meilen-Grenze vor der Küste des Gazastreifens passiert, ohne von der israelischen Marine aufgehalten zu werden. Wie die Aktivistin Claude Leostic telefonisch mitteilte, befand sich das Schiff am Vormittag etwa 70 Meilen vor der Küste des von Israel mit einer Blockade belegten Palästinensergebietes.

Gaza-Solidaritätsschiff passierte 100-Meilen-Grenze SN/APA (AFP)/DAVID BUIMOVITCH
Israelische Marine geht normalerweise hart gegen Blockadebrecher vor.

Gegen 4.00 Uhr früh habe die Besatzung, die aus rund 15 Frauen besteht, Lichter von sie verfolgenden Schiffen beobachtet; dies seien vermutlich Boote der israelischen Marine gewesen, sagte Leostic.

Israelische Medien berichteten, dem Schiff werde ein Anlegen an der Küste des Gazastreifens verwehrt. Es werde vorher aufgebracht und in den israelischen Hafen Ashdod an der Grenze zum Gazastreifen gebracht.

Die "Saytun" war Mitte September in Barcelona gestartet und will mit der Aktion wie andere Schiffe zuvor gegen die seit 2006 bestehende Blockade des Gazastreifens protestieren. Der Gazastreifen wird von der radikalislamischen Hamas regiert; zwischen 2008 und 2014 führten die Hamas und Israel dreimal Krieg gegeneinander.

An Bord der "Saytun" reist auch die nordirische Friedensnobelpreisträgerin Mairead Maguire mit. Bisher hat noch nie eine Gaza-Hilfsflotte tatsächlich die Küste erreicht, die Boote wurden zuvor von der israelischen Marine abgefangen. 2010 stürmte die israelische Marine das Schiff "Mavi Marmara" und tötete zehn türkische Aktivisten an Bord.

Quelle: Apa/Ag.

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