Weltpolitik

Gipfeltreffen für mehr Investitionen in Afrika bei Merkel

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Förderung privater Investitionen in Afrika weiter verstärken. Bei einer Wirtschaftskonferenz in Berlin versprach sie am Dienstag zusätzliche Mittel, um deutsche Unternehmen gegen politische Risiken und mangelnde Zahlungsmoral abzusichern. An dem Treffen nahm auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) teil.

"Compact with Africa"-Konferenz in Berlin SN/APA (AFP)/Axel Schmidt
"Compact with Africa"-Konferenz in Berlin

Über die Gründung eines Fonds sollen zudem gezielt Investitionen kleiner und mittlerer europäischer und afrikanischer Unternehmen mit Beteiligungen und Darlehen unterstützt werden, so Merkel. Zum Maßnahmenpaket zählen auch weitere Abkommen zur Vermeidung einer doppelten Besteuerung von Unternehmen.

"Wir wollen hier heute gemeinsam ein deutliches Signal setzen, nämlich dass uns an einer guten und gewinnbringenden Nachbarschaft zwischen Afrika und Europa gelegen ist", sagte die Kanzlerin vor Unternehmern und afrikanischen Staatschefs.

Sie hatte schon während der deutschen G-20-Präsidentschaft im vergangenen Jahr eine Initiative für stärkere Investitionen in Afrika gestartet. Dazu gehören sogenannte Reformpartnerschaften, bei denen Hilfsmittel nur bei Erfüllung bestimmter Reformversprechen gezahlt werden. Dafür hat die Regierung in Berlin bisher 365 Millionen Euro bereitgestellt. Wie viele neue Mittel nun hinzu kommen, sagte Merkel zunächst nicht.

Der Vorsitzende des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Stefan Liebing, begrüßte das Maßnahmenpaket Merkels. Es sei "beinahe eine historische Ankündigung", sagte er. "Wir haben jetzt die Basis, dass wir loslegen können."

Bundeskanzler Kurz nutzte den Berliner Gipfel um den Wiener EU-Afrika-Gipfel im Dezember vorzubereiten. Zur innenpolitischen Lage in Deutschland wollte sich Kurz nicht äußern. Dazu wolle er sich "aus Respekt vor Merkel" nicht äußern, wie es aus seiner Umgebung hieß.

Kurz sagte zur APA in Berlin: "Eine möglichst enge Zusammenarbeit mit Afrika, insbesondere durch mehr Investitionen, ist wichtig, um die Lebensbedingungen zu verbessern und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Hier muss Europa Partner und Unterstützer sein. Ich habe die heutige Konferenz in Berlin auch genutzt, um den EU-Afrika-Gipfel im Dezember in Wien vorzubereiten, wo es vor allem um Digitalisierung und Innovation gehen wird."

Bilaterale Treffen absolvierte Kurz vor der Konferenz mit dem Premierminister Äthiopiens, Abiy Ali Ahmed, dem Präsidenten Tunesiens, Beji Caid Essebsi, dem Präsidenten Südafrikas, Cyril Ramaphosa, und dem Präsidenten Ruandas, Paul Kagame. Am Rande der Konferenz sprach Kurz auch mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi.

Der EU-Afrika-Gipfel in Wien findet am 17. und 18. Dezember statt. Unmittelbar nach der Begegnung mit Merkel flog Kurz am späten Dienstagnachmittag nach Kärnten, wo er sich ein Bild von der Lage in den vom Unwetter betroffenen Gebieten machen wollte.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 24.01.2021 um 05:01 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/gipfeltreffen-fuer-mehr-investitionen-in-afrika-bei-merkel-59561902

Kommentare

Schlagzeilen