Weltpolitik

Global 2000 weist Panikmache-Vorwurf bei AKW Mochovce zurück

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 dementiert die Vorwürfe der Slowakischen Stromwerke (SE), in den österreichischen Medien aufgrund von angeblichen Sicherheitsmängeln beim AKW-Bauprojekt Mochovce 3 Panikmache zu betreiben. Bauingenieure mit langjähriger Erfahrung und Atomkraftbefürworter bezeugten die Missstände, stellte die NGO am Freitag klar.

Mehrere Partein und Organisationen forderten Baustopp SN/APA (Archiv/AFP)/VLADIMIR SIMICE
Mehrere Partein und Organisationen forderten Baustopp

"Sie wenden sich also nicht aus atomkritischen Gründen an die Öffentlichkeit, sondern aus ihrer Überzeugung als Ingenieure und weil sie massive Sicherheitsbedenken haben", hieß es von Global 2000. Die NGO hatte diese Woche über gravierende Bau- und Sicherheitsmängel bei den neuen Reaktoren des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce berichtet und die zuständigen österreichischen Stellen informiert.

Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) sprach daraufhin von "sehr besorgniserregenden Berichten" und forderte vollständige Aufklärung durch die slowakischen Behörden. FPÖ, SPÖ, Liste JETZT und Grüne verlangten wie die Umweltschutzorganisation einen sofortigen Baustopp.

Global 2000 beruft sich unter anderen auf den Maschinenbauingenieur Mario Zadra, der Missstände auf der Baustelle dokumentiert habe, bis er im April letzten Jahres gekündigt worden sei. Zadra sei ein "erklärter Befürworter von Atomkraft" und als leitender Ingenieur für die Inbetriebnahme des letzten in Europa in Betrieb gegangenen Atomkraftwerks Cernavoda 2 in Rumänien verantwortlich gewesen, teilte die NGO mit.

"Der Atomkraftwerks-Betreiber und leider auch die slowakische Atomaufsicht schießen sich jetzt auf GLOBAL 2000 und die Zeugen ein, anstatt den sicherheitsrelevanten Vorwürfen in einer geordneten und transparenten Weise nachzugehen", kritisierte Reinhard Uhrig, Atomsprecher der Organisation. Global 2000 fordere die Offenlegung der Videobelege für die Sicherheits- und Baumängel, die Dokumentation der Bautätigkeiten sowie die Erdbeben-Anpassung des Kraftwerks und eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP).

Quelle: APA

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