Weltpolitik

Grausiges aus Syriens Folterkellern

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft Syrien vor, in möglicherweise Tausenden Gefängnissen Regimegegner zu foltern.

Grausiges aus Syriens Folterkellern SN/AP
Arabische Liga rückt weiter von Syriens Präsident Assad ab.

Zu den Foltermethoden gehörten das Ausreißen von Fingernägeln, das Aufhängen an der Decke über mehrere Stunden sowie das Übergießen von Gefangenen mit Batteriesäure oder heißem Wasser, listet HRW in einem am Dienstag in New York veröffentlichten Bericht auf.

In dem Bericht der Menschenrechtsorganisation war zunächst nur von 27 Foltergefängnissen die Rede. "Wir haben nur die Aussagen verwendet, die uns als 100 Prozent glaubwürdig erscheinen, auf die anderen haben wir verzichtet", sagte HRW-Deutschland-Direktor Wenzel Michalski in Berlin. Die Dunkelziffer sei weit höher. "Wir gehen von Tausenden (Foltergefängnissen) aus."

Die Verantwortlichen für diese Gräueltaten, die in dem Bericht zum Teil namentlich genannt sind, müssten sich aus HRW-Sicht vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten. Die Interviews belegen auch die Folter von Kindern. "Das jüngste Folteropfer, mit dem wir gesprochen haben, war ein Elfjähriger", sagte Michalski.

Bei einem zweitägigen Treffen der Opposition in Kairo hatte sich die ursprünglich für den Mittag angekündigte Abschlusserklärung nach Angaben von Konferenzteilnehmern verzögert, weil einige Delegierte nicht bereit waren, den bewaffneten Kampf der Deserteure zu unterstützen. Die Konferenzteilnehmer baten um Hilfe für die von den Regierungstruppen umstellten Bezirke in der Provinz Homs.

Der russische Außenminister Lawrow forderte die in Kairo versammelten Oppositionellen auf, sich zu einigen und anschließend mit der Führung in Damaskus zu verhandeln. Die überwältigende Mehrheit der Oppositionellen lehnt Verhandlungen mit Präsident Assad und seinen Vertrauten jedoch kategorisch ab. Das für Freitag geplante Treffen der "Freunde Syriens" in Paris kritisierte Lawrow. Diese Gruppe habe von Anfang an den Fehler begangen, nur auf die Exil-Opposition zu setzen.

(Apa/Dpa/Ag.)

Aufgerufen am 25.04.2018 um 06:02 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/grausiges-aus-syriens-folterkellern-5965747

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