Weltpolitik

Grenzen dicht: 7000 Flüchtlinge harren in Serbien aus

Die Flüchtlingszahlen in Serbien sind trotz intensiverer Grenzkontrollen weiter im Ansteigen. Derzeit halten sich nach offiziellen Angaben rund 7.000 Flüchtlinge, mehrheitlich aus Afghanistan und Pakistan, im Land auf.

Grenzen dicht: 7000 Flüchtlinge harren in Serbien aus SN/AP
Abgeriegelt: Ein Abschnitt der Grenze zwischen Ungarn und Serbien nahe der ungarischen Stadt Tompa.

"Diese Menschen können nirgendwohin weitergehen, weil die anderen die Grenzen geschlossen haben", warnte Serbiens Premier Aleksandar Vucic am Donnerstag vor der UNO-Vollversammlung.

In serbischen Flüchtlings- und Aufnahmezentren gibt es landesweit Platz für etwa 6.000 Personen. Wie Ivan Miskovic, Sprecher serbischen Regierungskommissariates für Flüchtlinge, am Freitag gegenüber dem staatlichen TV-Sender RTS erklärte, würden in den Aufnahmezentren täglich zwischen 20 und 30 Neuankömmlinge registriert.

Diejenigen, die von den Behörden als Flüchtlinge identifiziert werden, könnten mit der Integration in Serbien oder in irgendeinem anderen Land, das sie aufnehmen würde, rechnen, meinte gleichzeitig Irena Vojackova-Sollorano, UNO-Koordinatorin in Serbien. Andere müssten ihren Worten nach andere Optionen, eine eventuelle freiwillige Rückkehr in die Heimat eingeschlossen, in Erwägung ziehen.

Die serbischen Behörden hatten Ende Juli die Kontrolle der Grenze zu Bulgarien und Mazedonien durch gemischte Militär-Polizei-Teams intensiviert. Seit der Schließung der Balkanroute im März führen illegale Flüchtlingswege über die beiden Grenzen, an denen es den Militär- und Polizeiteams bisher gelungen ist, über 7.400 illegale Einreisen zu verhindern. Neu dürften Versuche sein, nach Serbien über Albanien und den Kosovo einzureisen.

In der Bewältigung der Flüchtlingskrise kann Serbien derzeit auch mit der Finanzhilfe der Europäischen Union rechnen. Mitte dieser Woche hatte die EU-Vertretung in Belgrad zusammen mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mit den serbischen Behörden einen entsprechenden Vertrag im Gesamtvolumen von einer Million Euro geschlossen. Ein Drittel der Finanzmittel soll laut Medienberichten für Wärmebildkameras und sonstige Ausrüstung für die Grenzsicherung gehen. Finanziert wird auch die Entsendung von bis zu 50 Grenzschützern aus EU-Ländern.

Quelle: APA

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