Weltpolitik

Großrazzia gegen radikalislamische Szene in Göttingen

Die beiden am Donnerstag bei einer Großrazzia in Göttingen festgenommenen Männer aus der radikal-islamistischen Szene haben nach den Ermittlungen der Polizei einen Anschlag vorbereitet. Sie hätten diesen jederzeit ausführen können, sagte der Göttinger Polizeipräsident Uwe Lührig. Bei den Durchsuchungen in der Nacht zum Donnerstag seien umgebaute Waffen mit scharfer Munition gefunden worden.

Bei der Razzia wurden Waffen gefunden.  SN/APA (dpa)/Swen Pförtner
Bei der Razzia wurden Waffen gefunden.

"Die Gefahrenlage war eindeutig", sagte Lührig. Den Ermittlungen zufolge ging es um Anschläge, wie es sie in den vergangenen Monaten in Deutschland gegeben habe. Die Pläne seien nicht ausschließlich auf Göttingen (Niedersachsen) bezogen gewesen. Der Einsatz sei eine Woche vorbereitet worden.

Bei der Razzia stießen die Ermittler nach eigenen Angaben darüber hinaus auf Flaggen der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius bezeichnete die Anschlagspläne der beiden Männer am Donnerstag als "sehr konkret". Es stehe derzeit allerdings noch nicht fest, ob die Verdächtigen bereits einen Zeitpunkt festgelegt hätten, betonte der Landesminister in Cuxhaven vor Journalisten.

Bei den beiden Männern handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 27-Jährigen algerischer Herkunft und einen 23-Jährigen mit nigerianischer Staatsangehörigkeit, die als Mitglieder der salafistischen Szene bekannt sind und von den Behörden als Gefährder geführt wurden. Sie waren demnach seit längerem im Visier einer Ermittlungsgruppe. Beide sind in Deutschland geboren und leben schon seit langem mit ihren Familien in Göttingen.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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