Weltpolitik

Gründer von Islamunion in Italien fordert Polygamie

Der Gründer der Union der islamischen Gemeinden und Organisationen in Italien (UCOII), Hamza Piccardo, sorgt für Aufsehen mit seiner Forderung nach Legalisierung der Polygamie. Nachdem in Mailand am Samstag die ersten homosexuellen Paare auf Basis eines neuen Gesetzes ihre Lebenspartnerschaft besiegelt hatten, forderte Piccardo, dass Italien Mehrfach-Ehen anerkenne.

"Wenn es hier um Zivilrechte geht, dann ist Polygamie ein Zivilrecht. Muslime sind mit homosexuellen Lebenspartnerschaften nicht einverstanden und trotzdem müssen sie ein System akzeptieren, das sie erlaubt", schrieb Piccardo auf Facebook. Es bestehe keinerlei Grund, warum Italien Mehrfach-Ehen unter Personen, die damit einverstanden seien, nicht akzeptieren solle.

Piccardos Worte lösten heftige Polemik aus. "Jahrhunderte lange Kämpfe für die Frauenrechte können nicht einfach zur Seite gestellt werden. Polygamie hat nichts mit Zivilrechten zu tun", betonte Debora Serracchiani, Nummer zwei der Demokratischen Partei (PD) um Premier Matteo Renzi.

Auch die ausländerfeindliche Lega Nord protestierte vehement. "Das ist der gemäßigte Islam, mit dem die italienische Regierung den Dialog offen halten will", polemisierte der Parlamentarier der Lega Nord, Paolo Grimoldi.

Unterdessen kündigte Innenminister Angelino Alfano an, dass Italien die Finanzierungen prüfen wolle, die islamische Kulturzentren und Moscheen aus dem Ausland beziehen. Man wolle verhindern, dass diese Gelder zu illegalen Zwecken genutzt werden, sagte Alfano in einem Interview mit der römischen Tageszeitung "Il Messaggero".

Quelle: APA

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