Weltpolitik

Gruevskis Landesflucht laut Ermittlern ohne Behördenhilfe

Mazedoniens Sonderstaatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität hat laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht keine Beihilfe von Behörden bei der Flucht des früheren Ministerpräsidenten Nikola Gruevski festgestellt. Es seien jedoch Unterlassungen der Behörden festgestellt worden, die aber keine Straftat darstellen, hieß es im Bericht, auf den sich Medien in Skopje beriefen.

Wegen Amtsmissbrauchs laufen gegen Gruevski in Skopje einige Verfahren SN/APA (AFP/Archiv)/ROBERT ATANASOV
Wegen Amtsmissbrauchs laufen gegen Gruevski in Skopje einige Verfahren

Der nationalkonservative frühere Langzeitministerpräsident Gruevski (2006-2017) war im Mai 2018 in Skopje wegen Amtsmissbrauchs rechtskräftig zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Wenige Tage vor dem Antritt der Haftstrafe Mitte November flüchtete Gruevski nach Ungarn. Dort erhielt er im Schnellverfahren den Status eines politischen Flüchtlings. Wegen Amtsmissbrauchs laufen gegen Gruevski in Skopje weiterhin mehrere Verfahren.

Wie es in dem nun veröffentlichten Bericht der Sonderstaatsanwaltschaft steht, habe die Einsicht in das integrierte System der mazedonischen Grenzkontrolle gezeigt, dass die Ausreise des früheren Premiers an keinem Grenzübergang notiert worden sei.

Erst kürzlich hatte Gruevski selbst gegenüber mazedonischen Medien angedeutet, dass er das Land über die grüne Grenze verlassen habe. Davon, dass er die Flucht über einen längeren Zeitraum vorbereitet haben dürfte, zeugt die von der Sonderstaatsanwaltschaft nun veröffentlichte Information, dass er im September von seinen Privatkonten an einem einzigen Tag 120.000 Euro abgehoben hatte.

Quelle: APA

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