Weltpolitik

Guerilla in Kolumbien lässt Geisel frei

Nach monatelangen Verhandlungen hat die kolumbianische ELN-Guerilla den früheren Abgeordneten Odin Sanchez freigelassen. Er war seit März 2016 in der Gewalt der marxistischen Rebellen und wurde nun Vertretern des Roten Kreuzes übergeben. Seine Freilassung bis zum Donnerstag war die Bedingung für den Start von Friedensverhandlungen auf neutralem Boden in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito.

ELN finanziert sich über Drogenhandel.  SN/APA (AFP)/LUIS ROBAYO
ELN finanziert sich über Drogenhandel.

Kolumbiens Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos strebt nach über 50 Jahren des blutigen Konflikts damit einen vollständigen Frieden in dem südamerikanischen Land an. Er hatte im Vorjahr nach über vierjährigen Verhandlungen in Kuba ein Abkommen mit der größeren Guerillaorganisation, den FARC-Rebellen, erreicht. Nun sollen am 7. Februar die Verhandlungen mit der ELN starten.

Die FARC verfügt noch über knapp 6.000 Kämpfer, die sich derzeit in mehreren Zonen sammeln, um ihre Waffen abzugeben. Die ELN (Ejercito de Liberacion Nacional/Nationale Befreiungsarmee) hat noch 1.500 bis 2.000 Mitglieder unter Waffen. Ein Abkommen auch mit der ELN ist von großer Bedeutung, um zu verhindern, dass diese die Kontrolle über frühere FARC-Gebiete und den dortigen Drogenhandel übernimmt.

Die ELN machte immer wieder mit der Entführung von ausländischen Touristen Schlagzeilen und finanziert sich neben dem Drogenhandel über Lösegelderpressungen. Durch den Krieg zwischen Guerilla, Militär und rechten Paramilitärs starben in Kolumbien seit 1964 über 220.000 Menschen.

Quelle: Apa/Dpa

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