Weltpolitik

Haftstrafe für israelischen Soldaten für UNO zu mild

Die UNO-Menschenrechtskommission hat die eineinhalbjährige Haftstrafe für einen Israeli wegen der Tötung eines palästinensischen Angreifers als zu niedrig und inakzeptabel kritisiert. Mit dem Fall könne das Vertrauen in die Justiz untergraben und eine "Kultur der Straflosigkeit" verstärkt werden, sagte eine Sprecherin der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen am Freitag.

Elor Azaria wurde laut UNO zu milde verurteilt.  SN/APA (AFP)/JIM HOLLANDER
Elor Azaria wurde laut UNO zu milde verurteilt.

Der zum Tatzeitpunkt 19-jährige Soldat Elor Azaria wurde am Dienstag von einem Militärgericht in Tel Aviv verurteilt. Er tötete vor knapp einem Jahr den Palästinenser mit einem Kopfschuss, als dieser verletzt und bewegungslos am Boden lag. Möglich wären 20 Jahre Haft gewesen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von drei bis fünf Jahren gefordert. Das Gericht begründete das Urteil damit, dass sich Azaria bis dahin nichts habe zuschulden kommen lassen und dass es der erste Kampfeinsatz des Soldaten gewesen sei. Allerdings habe Azaria sich selbst zum Richter und Henker aufgeschwungen. Zudem habe er keine Reue gezeigt, erklärte das Gericht.

Seit Beginn der Gewaltwelle im September 2015 sind nach UNO-Angaben mehr als 200 Palästinenser von israelischen Sicherheitskräften getötet worden. Azaria sei der erste Soldat, der sich wegen einer derartigen Tötung vor Gericht habe verantworten müssen, sagte die UNO-Sprecherin.

Quelle: Apa/Ag.

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