Am Donnerstag gingen erneut tausende Menschen auf die Straßen, um einen Rücktritt des Präsidenten zu fordern. In der Hauptstadt Port-au-Prince blieben aus Sicherheitsgründen mehrere ausländische Vertretungen und Botschaften geschlossen. Das öffentliche Leben in dem Karibikstaat ist seit Beginn der Proteste am vergangenen Donnerstag weitgehend lahmgelegt. Schulen blieben geschlossen, ganze Stadtteile der Hauptstadt waren mit Straßensperren aus Reifen abgeriegelt, wie lokale Medien berichteten. Die Opposition weigerte sich, einen Dialog ohne einen Rücktritt des Präsidenten zu beginnen.
Die Demonstranten werfen der Regierung vor, Geld aus einem Hilfsfonds veruntreut zu haben, das eigentlich für den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben 2010 verwendet werden sollte. Bei dem Beben waren Hunderttausende Menschen ums Leben gekommen. Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Der Staat ist weitgehend von Hilfszahlungen aus dem Ausland abhängig, neben der grassierenden Korruption ist auch Gewaltkriminalität ein großes Problem.