Weltpolitik

Hisbollah-Chef und Netanyahu tauschen Drohungen aus

Vor dem Hintergrund der Iran-Krise haben Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu neue Drohungen ausgetauscht. "Wir haben am Wochenende die großmäuligen Reden Nasrallahs über seine Angriffspläne gehört", sagte Netanyahu am Sonntag nach Angaben seines Büros.

Benjamin Netanyahu findet klare Worte SN/APA (AFP)/RONEN ZVULUN
Benjamin Netanyahu findet klare Worte

"Wenn die Hisbollah es wagen sollte, Dummheiten zu begehen und Israel anzugreifen - werden wir ihr und dem Libanon einen vernichtenden militärischen Schlag versetzen." Netanyahu reagierte damit auf Äußerungen des Führers der libanesischen Schiitenorganisation. Nasrallah hatte am Freitag gesagt, Israel werde nicht verschont bleiben, sollte es in der Region zu einem Krieg kommen.

"Der Iran ist in der Lage, Israel mit aller Härte und Macht zu bombardieren", sagte Nasrallah nach Angaben des Hisbollah-TV-Senders Al-Manar. "Wenn der Iran angegriffen wird, bedeutet das Krieg in der ganzen Region", sagte Nasrallah. "Wenn die Amerikaner verstehen, dass dieser Krieg Israel auslöschen könnte, werden sie es sich noch einmal überlegen."

Im Streit um das internationale Atomabkommen mit Teheran haben sich Spannungen zwischen den USA und dem Iran verschärft. Es herrscht Sorge vor einem neuen Golfkrieg.

Israelische Kampfjets bombardieren immer wieder Ziele im Nachbarland Syrien. Viele Angriffe richten sich nach israelischen Angaben gegen Waffenlieferungen an die Hisbollah. Die Miliz ist im Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter von Präsident Bashar al-Assad und kämpft an der Seite der Regierung. Die vom Iran finanzierte Miliz betrachtet Israel als Erzfeind.

Während des einmonatigen Libanonkriegs im Jahre 2006 feuerte die Hisbollah Tausende Raketen auf Israel ab. Nach Angaben der israelischen Armee verfügt die Hisbollah aktuell über rund 120.000 Raketen. Dies seien fast zwei Mal so viele wie zur Zeit des Kriegs vor 13 Jahren. Die Hisbollah könne mit ihren Raketen Ziele in fast ganz Israel angreifen.

Quelle: Apa/Dpa

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