Weltpolitik

Hollande will Londons Unterstützung bei Calais-Räumung

Der französische Präsident Francois Hollande hat bei einem Besuch in der nordfranzösischen Stadt Calais erneut die Räumung des dortigen improvisierten Flüchtlingslagers gefordert. "Die Regierung wird das bis zum Schluss durchziehen", sagte er nach Medienangaben am Montag. Unterstützung forderte er auch von Großbritannien, dem Zielland der bis zu 10.000 Migranten in Calais.

Hollande will Londons Unterstützung bei Calais-Räumung SN/APA (AFP)/THIBAULT VANDERMERSCH
Hollande will das Lager noch heuer räumen.

"Ich dränge darauf, dass auch die britischen Behörden ihren Teil zur humanitären Anstrengung beitragen, die Frankreich hier leistet und auch weiterhin leisten wird", betonte das französische Staatsoberhaupt. Die Zahl der in einem riesigen improvisierten - und eigentlich illegalen - Lager im Industriegebiet von Calais gestrandeten Flüchtlinge ist zuletzt wieder stark gestiegen. Ihr Ziel ist zum überwiegenden Großteil Großbritannien auf der anderen Seite des Ärmelkanals.

Laut dem 2003 zwischen Paris und London geschlossenen Vertrag von Touquet wurden die Grenzkontrollen jedoch von der britischen Seite der Grenze nach Nordfrankreich verlegt. Dort entstanden in den vergangenen Jahren enorme Absperrungen und Sicherheitsanlagen, um die Schutzsuchenden davon abzuhalten, den Ärmelkanaltunnel zu Fuß bzw. unter oder in Lastwägen versteckt zu durchqueren. Offizielle Zahlen, wie viele es dennoch schaffen, gibt es nicht. Allerdings ist auch diese Grenze eine äußerst gefährliche: Bereits 13 Menschen starben seit Jahresbeginn beim Versuch, sie zu überqueren.

Hollande, der im Vorwahlkampf für die Präsidentschaftwahl 2017 zunehmend unter Druck vonseiten der rechtspopulistischen Front National sowie den konservativen "Republicains" von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy gerät, hat kürzlich versprochen, das Lager in Calais noch vor dem Winter zu räumen. Die Menschen sollen auf mehr als 150 kleine Lager im ganzen Land aufgeteilt werden.

Der "Dschungel" - wie das Camp in Calais genannt wird - müsse "vollständig und definitiv geräumt werden", betonte Hollande am Montag erneut. Das Lager selbst wird er aus Sicherheitsgründen nicht besuchen. Dort kam es zuletzt immer wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei - die auch mit Tränengas gegen die Migranten vorging - sowie zu Unruhen zwischen den Flüchtlingen selbst.

Quelle: APA

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