Weltpolitik

Hunderte IS-Kämpfer seit Beginn der Mosul-Offensive getötet

Seit Beginn der Großoffensive zur Befreiung der irakischen Großstadt Mosul von der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) sind nach US-Angaben bis zu 900 IS-Kämpfer getötet worden. Die Großoffensive hatte am 17. Oktober begonnen. An der Seite der irakischen Armee kämpfen kurdische Peschmerga-Einheiten und schiitische Milizen. Die US-geführte Anti-IS-Koalition unterstützt sie durch Luftangriffe.

Hunderte IS-Kämpfer seit Beginn der Mosul-Offensive getötet SN/APA (AFP)/BULENT KILIC
Zahllose Menschen sind wegen des Kriegs im Irak auf der Flucht.

Nach UNO-Angaben sind seither bereits mehr als 10.000 Iraker aus ihren Häusern geflohen. Die irakische Regierung spricht von fast 12.000 Flüchtlingen. Hilfsorganisationen und die UNO sorgen sich um das Schicksal der etwa 1,5 Millionen Einwohner von Mosul. Sie erwarten, dass im Zuge der Kämpfe eine Million Menschen flüchten könnte. Derzeit errichten die Hilfsorganisationen unter Hochdruck Flüchtlingslager.

Der Landesdirektor für den Irak der Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC), Wolfgang Gressmann, erklärte, die geflohenen Menschen hätten Verzweiflung und Angst erleben müssen. "Familien müssen sich entscheiden, ob sie das Risiko eingehen wollen, im Kreuzfeuer gefangen zu sein, von Scharfschützen auf der Flucht erschossen oder in ihren Häusern angegriffen zu werden", sagte er.

Mehr als 1.000 Menschen sind unterdessen im Nordirak wegen Erstickungssymptomen behandelt worden, nachdem die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ein Sulfat-Werk angezündet hat. Südöstlich von Mosul habe sich Ende vergangener Woche eine große Giftwolke über Dutzende Kilometer ausgebreitet, teilte das UNO-Umweltprogramm UNEP am Donnerstag mit.

Die Extremisten hatten das Werk Al-Mishrak in Brand gesetzt, als irakische Kräfte während ihrer Offensive auf die IS-Bastion Mosul vorrückten. UNEP warnte vor weiteren Umweltschäden durch die Militäroperation. Der IS setze auf eine "Politik der verbrannten Erde". So habe die Miliz in der Nähe des Ortes Al-Kayara 19 Ölquellen angezündet, wodurch Zivilisten und bewaffnete Kräfte giftigem Rauch ausgesetzt gewesen seien. Am vergangenen Sonntag sei zudem ein Wasserwerk bei Gefechten beschädigt worden, wodurch Chlorgas entwichen sei, erklärte UNEP. Rund 100 Zivilisten wurden demnach ärztlich behandelt.

Quelle: Apa/Ag.

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