Weltpolitik

Hunderttausende demonstrierten gegen Präsident Trump

Am ersten Jahrestag des Amtsantritts von Donald Trump sind hunderttausende Demonstranten in den USA gegen den US-Präsidenten auf die Straße gegangen. Allein in Los Angeles protestierten am Samstag nach Angaben der Stadtverwaltung etwa eine halbe Million Menschen, in New York gab die Polizei die Zahl der Demonstranten mit 200.000 an. In 300 Städten gab es Aktionen zum "Women's March".

Viele Demonstrantinnen trugen pinkfarbene Strickmützen mit Katzenohren - so genannte Pussy Hats in Anspielung auf Trump berühmt gewordene Äußerung, dank seiner Berühmtheit könne er Frauen jederzeit in den Schritt fassen, wenn er das wolle. Auf Plakaten waren Parolen wie "Der Platz einer Frau ist im Weißen Haus" oder "Wenn man einen Clown wählt, muss man mit Zirkus rechnen". Im vergangenen Jahr waren beim Women's March landesweit mehr als drei Millionen Menschen gegen Trump auf die Straße gegangen.

Trump reagierte mit Sarkasmus auf die Proteste: Er forderte die Menschen über Twitter auf, auf die Straße zu gehen und "die historischen Meilensteine und den noch nie da gewesenen wirtschaftlichen Erfolg und die Wertschöpfung zu feiern, die sich in den vergangenen zwölf Monaten ereignet haben". Trump rühmte sich konkret der geringsten Arbeitslosigkeit unter Frauen seit 18 Jahren. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums lag die Frauenarbeitslosigkeit im Dezember bei 3,7 Prozent und damit unter der Gesamtarbeitslosigkeit von 4,1 Prozent. "Schönes Wetter überall in unserem großartigen Land, ein perfekter Tag für alle Frauen, um zu marschieren", ergänzte der Präsident.

In Los Angeles mischten sich Hollywood-Stars wie Viola Davis und Scarlett Johansson in die Menge. In New York marschierten die Demonstranten an der Westseite des Central Park entlang bis zum Bryant Park mitten in Manhattan. Bürgermeister Bill de Blasio kritisierte Trump in einer Rede scharf. "Man kann ein Land nicht anführen, indem man es spaltet." Viele Menschen hatten Plakate dabei. "Es gibt zu viele Probleme, dafür reicht der Platz auf meinem Schild nicht", stand beispielsweise auf einem.

In Washington marschierte der Demonstrationszug vom Lincoln Memorial bis vor das Weiße Haus. Unter den Teilnehmern waren Vitessa Del Prete und ihre 14-jährige Tochter Tanaquil Eltson, beide im Superwoman-Partnerlook. Seit Jahrzehnten sei sexuelle Belästigung ein Thema, "und es bessert sich - aber wir sind noch lange nicht da, wo wir sein sollten", sagte die 51-jährige Del Prete.

Weitere Demonstrationen waren für Sonntag geplant, unter anderem in Las Vegas, aber auch in europäischen Städten wie Berlin. Trumps einjähriges Amtsjubiläum geht mit einem Regierungsstillstand einher: Am Samstag um Mitternacht trat in den USA eine Budgetsperre in Kraft, die die Arbeit der Bundesbehörden weitgehend lahmlegt. Republikaner und Demokraten hatten sich zuvor im Senat nicht auf ein Übergangsbudget einigen können.

Quelle: Apa/Ag.

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