Weltpolitik

Im französischen Geheimdienst wurde Fusion mit BND überlegt

Im französischen Auslandsgeheimdienst DGSE wurde auf Spitzenebene eine Fusion mit dem deutschen Geheimdienst BND überlegt, um den USA Paroli zu bieten. Das berichtet die französische Tageszeitung "Le Monde" in ihrer Sonntagsausgabe mit Hinweis auf bisher unveröffentlichte Aussagen von Bernard Barbier, der bis 2014 Technikchef der DGSE (Direction generale de la securite exterieure) war.

Zusammen würden DGSE und BND auf 15.000 Mitarbeiter kommen. Der US-Geheimdienst NSA beschäftige allein 60.000 Menschen. Französische Politiker hätten den Fusions-Vorschlag nicht weiterverfolgt, sagte Barbier.

Es sei unmöglich, einen einzigen europäischen Geheimdienst zu schaffen, da es in den EU-Ländern nicht dieselben Mittel und Kulturen gebe. "Die Schweden sind, im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl, die besten", sagte Barbier laut Bericht bereits im Juni bei einem - bisher nicht bekannt gewordenen - Vortrag in einer französischen Ingenieurschule.

Die Deutschen seien solide Partner gewesen. "Ich habe viel mit ihnen gearbeitet, zunächst beim Weiterleiten unseres Know-how, aber auch beim Überbringen technischer Mittel. Die deutschen und französischen Ingenieure arbeiten sehr gut zusammen."

Die Ausführungen Barbiers lassen zudem den Schluss zu, dass die USA hinter einem Computerangriff auf den Elysee-Palast 2012 standen. Man habe von französischer Seite große Alliierte nicht ausgespäht, sagte der Ex-Geheimdienstmann. "Die Tatsache, dass die Amerikaner diese Regel brachen, war ein Schock." 2013 hatten Medienberichte, wonach der NSA in Frankreich vermutlich nicht nur Terrorverdächtige, sondern auch Personen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung ausspionierte, zu Spannungen zwischen Paris und Washington geführt.

Quelle: Apa/Dpa

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