Weltpolitik

Immer mehr Menschen flüchten vor Kämpfen in West-Mosul

Der Kampf zur Vertreibung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) aus West-Mosul im Irak treibt immer mehr Menschen zur Flucht. Seit vergangener Woche seien 30.000 Menschen in den UN-Auffanglagern angekommen, darunter 15.000 Kinder, meldete der Nothilfekoordinator des UN-Kinderhilfswerks (UNICEF), Bastien Vigneau, am Freitag aus Erbil.

Unter den Geflüchteten sind sehr viele Kinder.  SN/APA (AFP)/ARIS MESSINIS
Unter den Geflüchteten sind sehr viele Kinder.

Die Menschen berichteten von schweren Kämpfen. Die Kinder seien völlig erschöpft und extrem verängstigt. Die meisten Flüchtlinge hätten nur das Nötigste eingepackt. Insgesamt seien seit Beginn der Offensive der irakischen Sicherheitskräfte Mitte Oktober 191.000 Menschen geflohen. Die Vereinten Nationen stellen sich insgesamt auf eine Viertel Million Vertriebene ein. Den Ostteil der durch den Fluss Tigris geteilten nordirakischen Großstadt eroberte die Armee bereits im Jänner zurück. Im Westteil leben nach UN-Schätzungen rund 800.000 Menschen.

Das Rote Kreuz hat Hinweise auf den Einsatz von Giftgas in der Nähe der umkämpften irakischen Großstadt Mosul. Sieben Menschen seien dort mit chemischen Kampfstoffen in Kontakt gekommen, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz am Freitag mit. Die fünf Kinder und zwei Frauen würden in einem Krankenhaus in der Nähe von Mosul behandelt.

Das Rote Kreuz verurteile den Einsatz von Chemiewaffen aufs Schärfste. Wer das Giftgas eingesetzt haben soll, sagte die Hilfsorganisation nicht. Die irakische Armee versucht gerade mit internationaler Hilfe, die letzte Hochburg der Islamisten-Miliz IS im Irak zurückzuerobern.

Dabei stößt sie auf den erbitterten Widerstand Tausender Kämpfer. Die IS-Exremisten wehren sich mit Heckenschützen, Selbstmordanschlägen, Sprengfallen und Granatfeuer. Den Anti-IS-Verbänden gehören neben irakischen Soldaten und Spezialkräften auch Kämpfer kurdischer und schiitischer Milizen an.

Mosul ist die letzte Hochburg des IS im Irak. Sollten die sunnitischen Extremisten die Großstadt verlieren, wären sie im Irak militärisch weitestgehend besiegt.

(Apa/Dpa)

Aufgerufen am 19.06.2018 um 08:01 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/immer-mehr-menschen-fluechten-vor-kaempfen-in-west-mosul-116914

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