Weltpolitik

Irakische Armee stößt auf wichtige Brücke in Mosul vor

Die irakische Armee will mit einem Vorstoß in Mosul eine strategisch wichtige Brücke von der Extremistenmiliz Islamischer Staat zurückerobern. Ein Oberst sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag, mit dem am Morgen begonnenen Einsatz vom Südosten der Islamisten-Hochburg aus solle die Initiative ergriffen werden. Eigentliches Ziel sei dann die Vierte Brücke, die den Fluss Tigris überspannt.

Irakische Armee stößt auf wichtige Brücke in Mosul vor SN/APA (AFP)/AHMAD AL-RUBAYE
Mosul ist die größte Stadt, die der IS kontrolliert.

Generalleutnant Abdul Amir Rashid Yarallah sagte im irakischen Fernsehen, seine Truppen seien bereits in das Salam-Krankenhaus unweit des Tigris eingerückt. Die Kämpfe um die Metropole halten seit sieben Wochen an. Den US-Streitkräften zufolge sinkt die Schlagkraft der Islamisten.

Die Vierte Brücke dient dem IS als Nachschubweg zur Hauptfront im Osten der Stadt, die durch den Fluss in zwei Hälften geteilt wird. Sie war wiederholt Ziel von US-geführten Luftangriffen. Zwei Anwohnern zufolge riss ein weiterer Angriff in der Nacht große Krater in die Zufahrtsstraßen auf beiden Seiten. Die Islamisten hätten sofort damit begonnen, sie mit Planierraupen zu beseitigen. Fahrzeuge des IS hätten die Brücke weiter nutzen können.

Insgesamt 100.000 Soldaten und verbündete Milizen hatten am 17. Oktober mit dem Sturm auf die IS-Hochburg begonnen. Die Islamisten haben mit Gegenangriffen reagiert. Die Armee berichtet von erbitterter Gegenwehr im Häuserkampf. Dem irakischen Oberst zufolge sind die gepanzerten Einheiten nun durch ein Infanterie-Regiment verstärkt worden. "Wir verfolgen eine neue Taktik", sagte er. Der IS sollte durch gleichzeitige Vorstöße aus mehreren Richtungen überwältigt werden.

US-Brigadegeneral Scott Efflandt erklärte, es gebe Zeichen, dass der IS geschwächt sei. Der Gegner habe nicht mehr das Format wie noch im vergangenen Monat. "Was sie für die Kämpfe auf der westlichen Seite des Flusses zurückgehalten hatten, setzen sie nun im Osten ein."

Er wiederholte Angaben der irakischen Armee, wonach die Zahl der Selbstmordangriffe abgenommen hat. Die Streitkräfte beziffern sie auf bisher mehr als 650. Vermutlich seien noch etwa 3.000 Islamisten in Mosul nach bis zu 5.000 zu Beginn der Offensive im Oktober, sagte Efflandt.

Mosul ist die größte Stadt, die der IS kontrolliert. Die Islamisten hatten die Metropole Mitte 2014 eingenommen. In der Stadt sollen sich noch mehr als eine Millionen Zivilisten aufhalten.

Quelle: Apa/Ag.

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