Weltpolitik

Irakische Eliteeinheit verkündet Sieg über IS in Ost-Mossul

Die irakische Anti-Terror-Sondereinheit CTS hat am Mittwoch die Befreiung des Ostteils von Mosul von der Jihadisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) verkündet. Seine Soldaten hätten dort alle Ziele erreicht, sagte am Mittwoch der Kommandant der Eliteeinheit, General-Leutnant Talib Schaghati, vor Journalisten in der umkämpften Metropole.

Irakische Regierungstruppen rücken vor.  SN/APA (AFP)/DIMITAR DILKOFF
Irakische Regierungstruppen rücken vor.

Das Ost-Ufer des Tigris sei nun unter Kontrolle der Regierung. In einigen nordöstlichen Bezirken der Stadt gebe allerdings es noch Gefechte mit Islamisten, die sich verschanzt hätten. Der Kommandant der Offensive der irakischen Streitkräfte Abd al-Amir Rashid Jarallah sprach nicht von einer vollständigen Befreiung sondern nur davon, dass mehrere Viertel im Osten Mosul erobert worden seien.

Mosul wird vom Tigris in zwei Hälften geteilt. Die Regierungstruppen rücken von Osten gegen die letzte IS-Hochburg im Irak vor. Die Niederlage des IS dort zeichnete sich seit Tagen ab, die Islamisten haben sich im Westen der Stadt zurückgezogen.

Der "grundlegende Plan" zur Wiedereroberung der Ostteile der Stadt sei erfüllt, teilte Ministerpräsident Haider al-Abadi mit. Die Sicherheitskräfte würden noch letzte Gebiete entlang des Flusses Tigris und im Norden der Stadt räumen. Dort sollen sich noch IS-Kämpfer aufhalten.

Laut Einschätzungen des US-Militärs hat die Offensive der irakischen Regierungstruppen auf die IS-Hochburg deutlich an Tempo gewonnen. Das Ostufer der nordirakischen Millionenstadt sei bereits zu rund 90 Prozent unter Kontrolle der Angreifer und werde "sehr, sehr bald" vollständig befreit sein, sagte der Sprecher des US-Militärs in Bagdad, John Dorrian, der dpa. Mit einer schnellen Befreiung der gesamten Stadt rechnet er aber nicht.

Dorrian sagte, Luftangriffe der US-geführten internationalen Koalition hätten zudem die finanziellen Ressourcen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) getroffen. "Wir haben auch ihre Fähigkeit zerstört, durch den Verkauf von Öl Geld zu machen", erklärte Dorrian. "Wir bringen sie jeden Monat um Millionen Dollar an Einnahmen."

Die irakische Armee und mit ihnen verbündete Milizen hatten die Offensive auf Mosul Mitte Oktober begonnen. Unterstützt werden sie von Luftangriffen der internationalen Koalition und von US-Militärberatern am Boden. Mosul ist die letzte Bastion des IS im Irak. Sollten die Extremisten die Großstadt verlieren, wären sie in dem Krisenland militärisch weitgehend besiegt. Allerdings kontrolliert der IS noch immer große Gebiete im Nachbarland Syrien.

Die Terrormiliz setzt im Kampf gegen die Angreifer vor allem Selbstmordattentäter ein. Iraks Regierungsstreitkräfte stießen in Mosul auf starken Widerstand und hätten einige schwere Verluste erlitten, sagte Dorrian. Doch seit einer Umgruppierung der Truppen im Dezember hätten die Regierungskräfte schnelle Fortschritte erzielt.

"Jeden Tag kommen sie voran und jeden Tag zieht sich der Feind zurück", erklärte Dorrian. Der IS habe seit fast eineinhalb Jahren keine Schlacht mehr gegen die irakischen Regierungskräfte gewonnen. Die internationale Koalition habe mittlerweile mehr als 70.000 irakische Sicherheitskräfte ausgebildet. "Ich kann nicht erkennen, dass der Feind die Iraker erschöpft. Ich sehe das genaue Gegenteil. Ich sehe, dass der Feind eine gewaltige Anzahl Kämpfer verliert."

Dennoch rechnet Dorrian nicht mit einer schnellen Befreiung der gesamten Stadt, die vom Fluss Tigris in eine Ost- und eine Westhälfte geteilt wird. Die große Anzahl Zivilisten und gezielte Angriffe des IS auf diese verlangsamten das Tempo der Offensive. Zudem müssten die Regierungskräfte jedes einzelne der rund 250.000 Gebäude in Mosul nach Sprengfallen und Tunneln absuchen. "Das ist eine sehr bewusste, schwere, langsame und manchmal gefährliche Räumungsoperation."

Auch die Offensive auf Nordsyriens IS-Hochburg Al-Raqqa komme voran. Dort unterstützt die US-Koalition die Kurdenmiliz YPG und arabische Einheiten, die sich zu den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) zusammengeschlossen haben. Viele externe Operationen des IS etwa in Europa würden in Al-Raqqa geplant, sagte Dorrian. "Deswegen ist es wichtig, schnell vorzumarschieren und Al-Raqqa zu isolieren, um so viele Aktivitäten dieser Art wie möglich zu verhindern."

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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