Weltpolitik

Iran und Irak bauen Wirtschaftsbeziehungen aus

Der Iran und Irak wollen trotz des Drucks aus den USA ihre Wirtschaftsbeziehungen ausbauen. "Wir haben über den Ausbau des Handels zwischen den beiden Ländern gesprochen", sagte der irakische Präsident Barham Salih am Montag nach einem Treffen mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani.

Es ist der erste Besuch Rouhanis im Irak als Präsident SN/APA (AFP/Archiv)/SERGEI CHIRIKOV
Es ist der erste Besuch Rouhanis im Irak als Präsident

Es sei auch um den Aufbau einer gemeinsamen Wirtschaftsinfrastruktur gegangen. Irans Präsident Rouhani hatte am Montag seinen ersten Staatsbesuch im Irak begonnen. Der Staatsbesuch in Bagdad erfolgt zu einer politisch brisanten Zeit.

Angesichts der von den USA verhängten Sanktionen gegen den Iran übt die Regierung in Washington auch Druck auf den Irak aus. Bagdad soll keine Energie mehr vom iranischen Nachbarn importieren. Allerdings ist der Iran für den Irak einer der wichtigsten Handelspartner in der Region. Das Handelsvolumen lag im vergangenen Jahr bei rund zwölf Milliarden Dollar (10,7 Mrd. Euro).

Entsprechend äußerte sich der iranische Präsident Rouhani vor dem Abflug: "Die Amerikaner wollen, dass in der Region eine Iran-Phobie herrscht", sagte Rouhani auf dem Flughafen Mehrabad in Teheran. "Doch die Verschwörungen der USA gegen den Iran sind bis jetzt gescheitert."

Bei dem dreitägigen Besuch geht es auch um Sicherheitslage in der instabilen Nahost- und Golfregion. Der Kampf gegen den Extremismus benötige mehr regionale Kooperation, sagte Iraks Präsident Salih. Teheran hatte ebenso wie die USA Bagdad beim Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt. Im Dezember 2017 erklärte der Irak den Sieg über den IS. Seitdem kommt es im Land aber immer wieder zu Anschlägen, die der IS für sich reklamiert.

Der Irak und der Iran waren über Jahre hinweg verfeindete Nachbarn. Der irakische Ex-Machthaber Saddam Hussein hatte im September 1979 einen Krieg gegen den Iran angezettelt, der bis August 1988 dauerte. Nach dem Sturz Saddams im Jahr 2003 verbesserten sich die Beziehungen, vor allem weil pro-iranische, schiitische Fraktionen im Irak an die Macht kamen. Der Iran hat eine überwiegend schiitische Bevölkerung. Saddam und sein engster Machtklüngel gehörten dagegen der sunnitischen Minderheit im Irak an.

Quelle: Apa/Dpa

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