Weltpolitik

Iran: Vorgeschlagener Gefangenenaustausch nur für US-Bürger

Der Iran hat ein Angebot für den Austausch von Gefangenen mit den USA bekräftigt, aber eine Ausweitung auf die Bürger anderer Länder abgelehnt. Ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran sagte am Freitag laut der Nachrichtenagentur Isna, das Angebot des iranischen Außenministers Mohammad Jawad Zarif beziehe sich auf den Austausch iranischer und US-Gefangener. Für Briten gelte es jedoch nicht.

Zarif hatte am Mittwoch bei einer UN-Sitzung in New York einen Gefangenenaustausch vorgeschlagen. So könnten im Iran inhaftierte Ausländer gegen Iraner ausgetauscht werden, die in den USA inhaftiert seien oder in Drittstaaten aufgrund von Auslieferungsgesuchen der USA festgehalten würden, sagte der Minister. Beide Seiten seien der Meinung, dass die Vorwürfe gegen die jeweiligen Häftlinge "erfunden" seien, daher sei ein Austausch sinnvoll.

Zarif erwähnte dabei den Fall der iranisch-britischen Mitarbeiterin der Stiftung Thomson Reuters, Nazanin Zaghari-Ratcliffe, die im Iran eine fünfjährige Haftstrafe verbüßt. Zarif brachte ihren Fall in Verbindung mit der Iranerin Negar Ghodskani, die 2017 in Australien auf Gesuch der USA festgenommen worden war. Beide Frauen haben kleine Kinder. Der britische Außenminister Jeremy Hunt wies die Idee eines Austauschs jedoch als "abscheulich" zurück.

In Reaktion auf Hunts Äußerungen betonte der iranische Außenamtssprecher nun, dass Zarifs Angebot niemals für Zaghari-Ratcliffe oder die Bürger anderer Staaten als der USA gemeint gewesen sei. Der Fall von Zaghari-Ratcliffe sei "völlig anders", sagte er. Im Iran sind eine Reihe von US-Bürgern inhaftiert, von denen mehrere wegen Spionagevorwürfen verurteilt wurden. Um ihre Fälle gibt es seit langem Streit.

Quelle: Apa/Ag.

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