Weltpolitik

Iran wandelt Todesstrafe für Minderjährige in Haftstrafen um

Nach internationaler Kritik hat die iranische Justiz die Todesstrafe für sechs minderjährige Straftäter in Haftstrafen umgewandelt. Teherans Staatsanwalt Abbas Jafari Dolatabadi sagte laut der Zeitung "Shahrvand" vom Donnerstag, die Staatsanwaltschaft habe Überprüfungen in zehn Fällen gefordert. In sechs Fällen sei der Antrag gewährt und die Todesstrafe in eine Haftstrafe umgewandelt worden.

Die Zeitung berichtete nicht, was in den anderen vier Fällen geschah. Gemäß internationalen Konventionen darf die Todesstrafe nicht gegen Täter verhängt werden, die zum Zeitpunkt der Tat minderjährig waren. Das iranische Gesetz erlaubt aber, minderjährige Straftäter hinzurichten, sobald sie volljährig sind. Möglich ist nach iranischem Gesetz auch, dass die Strafe in eine Entschädigung für die Angehörigen des Opfers umgewandelt wird, wenn die Justiz zu dem Schluss kommt, dass der minderjährige Straftäter die Schwere seiner Tat nicht begriff.

UNO-Vertreter werfen dem Iran vor, Menschen "in beispielloser Zahl" hinzurichten, die als Kinder straffällig geworden waren. UNO-Menschenrechtsexperten forderten den Iran in der vergangenen Woche auf, die Hinrichtung von Hamid Ahmadi zu stoppen, der dafür verurteilt worden war, 2009 mit 17 Jahren einen jungen Mann im Streit erstochen zu haben. Bei zwei anderen minderjährigen Straftätern kam ein Eingreifen der UNO zu spät, da sie im Jänner gehängt wurden.

Quelle: Apa/Ag.

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