Weltpolitik

Iran will mit Thema Sex offener umgehen

37 Jahre nach der islamischen Revolution soll im Iran offener mit dem Thema Sex umgegangen werden. Das beschloss eine Kulturkommission mit Blick auf akademische Kreise und Fachbücher.

"Der Begriff Sex sollte nicht mehr als etwas Verbotenes gelten", sagte Kommissionsmitglied Gholam-Ali Haddad-Adel am Samstag laut der Nachrichtenagentur ISNA.

Zugleich ließ die Kommission das neue Studienfach "Familie und sexuelle Gesundheit" offiziell zu. Damit sollen in erster Linie die Strukturen und Werte der Familien geschützt und gefestigt werden, so die Begründung.

Nach Angaben vieler Universitätsprofessoren werden diverse Fachbücher in der persischen Übersetzung zensiert, sobald es um Sexualität geht. Themen wie Homosexualität oder Masturbation würden an vielen Universitäten tabuisiert. Professoren der Medizin, Psychiatrie, Psychologie oder Soziologie beschwerten sich, sie könnten mit dieser Art der Zensur ihren Studenten nicht einmal das Grundwissen der jeweiligen Fächer vermitteln. 

Obwohl das Thema Sex in der islamischen Republik eine Art Tabustatus hat, ist die junge Generation des Landes diesbezüglich sehr offen. Über Internet, Satellitensender und illegale westliche Spielfilme sind die Jugendlichen, besonders in Großstädten, sexuell viel schneller aufgeklärt als die Generation ihrer Eltern.

Quelle: Apa/Dpa

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