Weltpolitik

Irans Außenminister Zarif liebäugelt mit Abschied

Irans Außenminister Mohammed Jawad Zarif erwägt einen Rücktritt als Chefdiplomat. Falls Präsident Hassan Rouhani ihn bei einem erneuten Wahlsieg fragen sollte, würde er den Job lieber nicht annehmen. "Ich ziehe es vor, wenn er für den Posten einem anderen den Vorschlag machen würde", sagte Zarif in einem Interview mit der Nachrichtenagentur ISNA am Sonntag.

Die Präsidentenwahl im Iran findet am 19. Mai statt.  SN/APA (AFP)/CHRISTOF STACHE
Die Präsidentenwahl im Iran findet am 19. Mai statt.

Zarif war als Chefunterhändler Rouhanis wichtigster Mann bei den Atomverhandlungen mit dem Westen. Der 57-Jährige war mit wesentlich am Erfolg des Wiener Abkommen von 2015 beteiligt. Das von Rouhani repräsentierte Reformlager hat es außerdem geschafft, dass der Iran international weniger isoliert ist.

Aus Sicht von Hardlinern hat Zarif mit dem Atomabkommen - und insbesondere mit dem direkten Kontakt zum Erzfeind USA - die Werte des Regimes untergraben. Daher wird Zarif auch als die Achillesferse von Rouhani angesehen.

Dennoch gehen iranische Kommentatoren davon aus, dass Rouhani auch im Falle einer zweiten Amtsperiode einen Rücktritt seines wichtigsten Ministers nicht zulassen werde. Die Präsidentenwahl im Iran findet am 19. Mai statt.

(Apa/Dpa)

Aufgerufen am 19.06.2018 um 06:24 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/irans-aussenminister-zarif-liebaeugelt-mit-abschied-179170

Zarif bleibt iranischer Außenminister

Irans Präsident Hassan Rouhani vertraut auch in seiner zweiten Amtszeit auf Mohammad Javad Zarif als Außenminister. Zarif soll Rouhanis moderate Außenpolitik in den nächsten vier Jahren weiter umsetzen. Auch …

Meistgelesen

    Schlagzeilen

      SN.at Startseite