Weltpolitik

Irans Präsident Rouhani zu Gesprächen mit Erdogan in Ankara

Der iranische Präsident Hassan Rouhani besuchte am Donnerstag seinen türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan in der türkischen Hauptstadt Ankara. Erdogan kritisierte dabei erneut die USA für ihre Sanktionen gegen den Iran. Das heikle Thema Syrien kam nur am Rande zur Sprache. Rouhani war für Verhandlungen zum Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zu Besuch.

Rouhani zu Besuch bei Erdogan SN/APA (AFP/TUR PRESIDENTIAL PRESS)
Rouhani zu Besuch bei Erdogan

Während der Pressekonferenz mit Rouhani kritisierte Erdogan die USA für ihre Sanktionen gegen den Iran. "Ich möchte einmal mehr betonen, dass Amerikas Entscheidung, den Iran zu sanktionieren, die Sicherheit und Stabilität der Region gefährdet und wir als Türkei diese Entscheidungen nicht befürworten", sagte Erdogan. Die Türkei werde "weiterhin an der Seite des verbrüderten iranischen Volkes stehen".

Das Reizthema des Tages - Syrien - kam nur verhüllt zur Sprache. Der Iran unterstützt in dem Bürgerkriegsland die Regierung des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, die Türkei die Opposition. Nach der Ankündigung der USA zum Abzug ihrer Truppen aus Syrien haben Rouhani und Erdogan ihren Willen betont, die Einheit des Landes zu wahren. "Die territoriale Integrität Syriens muss von allen Seiten respektiert werden. Beide Länder sind sich da einig", sagte Rouhani am Donnerstag.

Direkt auf den angekündigten US-Truppenabzug gingen sie nicht ein. Erdogan warnte, die Türkei würde keiner Gruppe erlauben, die regionale Sicherheit zu gefährden. Erst vergangene Woche hatte er eine neue Offensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien angekündigt. Die Türkei betrachtet die Präsenz der Gruppe an ihrer Grenze als Bedrohung, da sie eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist, die seit 1984 gegen den türkischen Staat kämpft.

Erdogan sagte bei der Pressekonferenz, es gebe viele Schritte, die die Türkei mit dem Iran einleiten könne, um die Kämpfe in Syrien zu beenden. Obwohl sie in dem Konflikt auf unterschiedlichen Seiten stehen, setzen sie sich seit Anfang 2017 gemeinsam mit Russland im sogenannten Astana-Prozess für eine Deeskalation ein. Rouhani kündigte an, dass der nächste Dreier-Gipfel von Teheran, Ankara und Moskau in Russland stattfinden werde.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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