Weltpolitik

Irans Präsident sendet Versöhnungssignale an Saudi-Arabien

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat erneut Versöhnungssignale Richtung Riad gesendet und Saudi-Arabien indirekt aufgerufen, die Differenzen gemeinsam auszuräumen. Der Nahe Osten brauche die Zusammenarbeit aller Staaten der Region, um seine Probleme zu lösen. "Wir glauben, dass dies auch mit Staaten möglich sei, mit denen wir politische Differenzen haben", sagte der Präsident am Dienstag.

Rouhani reicht Saudis die Hand SN/APA (Archiv/AFP)/HO
Rouhani reicht Saudis die Hand

Der Iran betrachte kein Nachbarland als "Rivalen", sagte Rouhani bei einer parlamentarischen Konferenz der islamischen Staaten in Teheran. Ohne die Saudis bei Namen zu nennen, sprach Rouhani von Ländern, die den falschen Weg eingeschlagen hätten. Unter dem Einfluss der USA und Israels nähmen sie an einer Spaltung der islamischen Welt teil. Der Islam sei die Religion des Friedens, nicht des Krieges, sagte Rouhani. Dies sollten besonders islamische Staaten untereinander stets im Auge behalten. 

Die saudischen Vorwürfe, dass der Iran sich in die inneren Angelegenheiten arabischer Länder wie Syrien und Irak einmische, wies der Präsident zurück. Die Regierungen in Damaskus und Bagdad selbst hätten den Iran eingeladen, sie im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu unterstützen. Dies habe letztlich zu ihrem Sieg über den IS geführt.

Saudi-Arabien hatte die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen, nachdem aufgebrachte Demonstranten 2016 die saudische Botschaft in Teheran gestürmt und Teile des Gebäudes in Brand gesetzt hatten. Auslöser für die Proteste im Iran war die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien. 

Das sunnitischen Königreich und der schiitische Gottesstaat haben auch Differenzen im Syrien-Krieg. Iran unterstützt den Präsidenten Bashar al-Assad, die Saudis regierungsfeindliche Rebellen. Aber auch da könnten laut Rouhani beide an einem Friedensplan arbeiten. "Nur sollten die Saudis uns nicht zum Sündenbock machen, nur weil ihre politischen Kalkulationen in Syrien nicht aufgegangen sind", sagte er.

Quelle: Apa/Dpa

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