Weltpolitik

IS bekannte sich zu Anschlag im Jemen mit 48 Toten

Im Jemen hat die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) erneut einen schweren Anschlag auf Soldaten verübt. Mindestens 48 Soldaten wurden getötet, als sich ein Selbstmordattentäter am Sonntag in Aden in die Luft sprengte. Mehr als 80 weitere Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden, sagte der Chef der Gesundheitsbehörde der südjemenitischen Stadt.

Nach Militärangaben warteten die Soldaten in der Nähe eines Stützpunkts im Nordosten von Aden auf die Auszahlung ihres monatlichen Soldes, als sich der Attentäter unter sie mischte und seinen Sprengsatz zündete. Bilder vom Anschlagsort zeigten Blutflecken und verstreute Schuhe der Opfer auf dem sandigen Boden. Nach Angaben eines Anrainers war die starke Explosion in weiten Teilen der Stadt zu hören.

In einer über den Kurzbotschaftendienst Twitter verbreiteten Mitteilung bekannte sich der IS zu dem Anschlag. Dem "Märtyrer" sei es gelungen, "die Sicherheitsabsperrung zu durchbrechen und seine Sprengstoffweste inmitten einer Versammlung von Mitgliedern der jemenitischen Sicherheitskräfte zu zünden".

Erst am Samstag vergangener Woche waren bei einem Selbstmordanschlag in einer Kaserne in Aden 48 Soldaten getötet worden, die ebenfalls auf die Zahlung ihres Solds warteten. Der IS bekannte sich zu der Tat. Im August hatte ein Selbstmordattentäter des IS ein mit Sprengstoff präpariertes Auto in einem Rekrutierungszentrum des Militärs in Aden zur Explosion gebracht. 71 Menschen starben.

Im Jemen kämpfen seit September 2014 Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi gegen die vom Iran unterstützten schiitischen Houthi-Rebellen und andere Milizen, die dem ehemaligen Staatschef Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit März 2015 fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis Luftangriffe gegen die Rebellen und unterstützt damit die Hadi-Truppen. In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben bereits mehr als 7.000 Menschen getötet.

Die sunnitische IS-Miliz und das Terrornetzwerk Al-Kaida machen sich den Konflikt zunutze, um ihre Präsenz im Süden und Osten des Landes auszudehnen. In den vergangenen Monaten verübten sie vor allem in Aden immer wieder Anschläge.

Quelle: Apa/Ag.

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