Weltpolitik

IS ermordete laut UNO bei Mosul mehr als 250 Menschen

Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat nach UNO-Angaben in den vergangenen Tagen in und um die nordirakische Stadt Mosul mehr als 250 Menschen hingerichtet und fast 8.000 Familien entführt. Wie das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte am Freitag mitteilte, will der IS die entführten Zivilisten offenbar in Mosul als menschliche Schutzschilde missbrauchen.

IS ermordete laut UNO bei Mosul mehr als 250 Menschen SN/APA (AFP)/AHMAD AL-RUBAYE
Die Offensive gegen den IS in Mosul läuft seit 17. Oktober.

Der Regierungschef der irakischen Kurdengebiete, Neshirvan Barzani, forderte unterdessen mehr Waffen für den "Krieg um Mosul".

"Der IS hat zehntausende Menschen aus ihren Häusern in die Bezirke um Mosul gezwungen", sagte die UNO-Menschenrechtssprecherin Ravina Shamdasani in Genf. Am Mittwoch sollen den Angaben zufolge auf dem Militärstützpunkt Al-Issa außerhalb von Mosul 42 Zivilisten erschossen worden sein, weil sie sich dem IS-Befehl verweigerten, in die Großstadt zu ziehen.

Auch ehemalige Angehörige der irakischen Sicherheitskräfte wurden den UN-Angaben zufolge von den Jihadisten getötet. Am Dienstag hätten die IS-Kämpfer 24 und am Mittwoch 190 ehemalige Angehörige der Sicherheitskräfte getötet, teilte das UNO-Menschenrechtsbüro mit. Das Massaker am Mittwoch wurde demnach auf dem Militärstützpunkt Al-Ghaslani in Mosul verübt.

Die Berichte seien so weit wie möglich überprüft worden, sagte die UNO-Sprecherin. Es müsse von weiteren, noch unbestätigten Hinrichtungen ausgegangen werden.

Am 17. Oktober hatten die irakische Armee und kurdische Einheiten eine Militäroffensive zur Befreiung von Mosul gestartet. Die Zahl der Hinrichtungen nimmt den UNO-Angaben zufolge zu, je näher die irakischen Soldaten und die kurdischen Peshmerga-Kämpfer sowie schiitische Milizen auf die Großstadt vorrücken. In der IS-Hochburg Mosul werden bis zu 5.000 IS-Kämpfer vermutet.

Die irakischen Streitkräfte legen nach US-Angaben in ihrem Vormarsch auf Mosul eine mehrtägige Pause ein. Die Unterbrechung solle dazu dienen, die erzielten Geländegewinne zu konsolidieren, teilte US-Oberst John Dorrian, ein Sprecher der US-geführten Militärallianz, in Washington mit.

Er gehe davon aus, dass die Offensive auf Mosul nach "etwa zwei Tagen" fortgesetzt werden könne, fügte der Sprecher hinzu. Die USA unterstützen die irakischen Regierungstruppen sowie kurdische Einheiten bei der Großoffensive mit Militärberatern und -ausbildern sowie im Rahmen der Militärallianz mit Operationen in der Luft. Die Offensive zur Rückeroberung von Mosul hatte am 17. Oktober begonnen.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 24.09.2018 um 03:44 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/is-ermordete-laut-uno-bei-mosul-mehr-als-250-menschen-935629

Schlagzeilen