Weltpolitik

IS-Miliz leistet südlich von Mosul erbitterten Widerstand

Die irakische Armee trifft bei ihrem Kampf gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" südlich von Mossul auf erbitterten Widerstand. Je näher die Truppen auf die Metropole vorrückten, desto stärker werde die Gegenwehr der Islamisten, sagte ein Sprecher der internationalen Anti-IS-Koalition am Mittwoch auf dem Fliegerhorst Kajara.

IS-Miliz leistet südlich von Mosul erbitterten Widerstand SN/APA (AFP)/GEORGES OURFALIAN
Weiter Chaos im Bürgerkriegsland Syrien.

Die irakische Armee steht im Süden etwa 30 Kilometer vor Mossul, während sie und ihre Verbündeten an anderen Frontabschnitten der Metropole deutlich nähergekommen sind. Dorfbewohner berichteten, die Extremisten missbrauchten Zivilisten als Schutzschilde, um den Rückzug abzusichern.

Der Kommandant des Einsatzes, Najm al-Jaburi, sagte, der IS setze zum Kampf gegen die Armee viele Selbstmordattentäter ein, die mit Autos angriffen. Seit Beginn der Offensive vor eineinhalb Wochen seien mindestens 95 dieser Autobomben entschärft worden.

Der IS hatte 2014 die Region überrannt und in der Großen Moschee von Mossul ein sogenanntes Kalifat ausgerufen. Noch immer ist Mossul für den IS im Irak eine Art Hauptstadt. UNO-Hilfsorganisationen fürchten, dass Hunderttausende Bewohner flüchten könnten, wenn die irakische Armee und ihre Verbündeten auf die Millionenstadt vorrücken. Bisher suchten nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen 10.600 Menschen Schutz außerhalb der Stadt.

Nächstes wichtiges Ziel der internationalen Allianz ist offenbar die syrische IS-Hochburg Rakka. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte am Rande eines Treffens mit seinen NATO-Kollegen in Brüssel, die Offensive dort werde wohl in wenigen Wochen beginnen. Ähnlich äußerte sich sein britischer Kollege Michael Fallon beim Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel.

Der Angriff auf Rakka sei "seit langem unser Plan", sagte Carter. Schon vor Monaten sei beschlossen worden, dass nach Mossul "Rakka bald folgen soll". Fallon betonte, er hoffe, "dass eine vergleichbare Operation wie in Mossul gegen Rakka in wenigen Wochen beginnen kann".

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte unterdessen an, dass seine Armee in Kürze die Stadt Manbij in Nordsyrien von kurdischen Milizen "säubern" werde. Entweder die "Terroristen" zögen sich auf das Ostufer des Euphrats zurück - "oder wir werden das Nötige tun", sagte er in einer Fernsehansprache.

Ankara stuft die syrisch-kurdische Partei der Demokratischen Union (PYD) und ihren bewaffneten Arm, die Volksverteidigungseinheiten (YPG), als "Terrororganisationen" ein. Die türkische Regierung wirft ihrem NATO-Verbündeten USA vor, diese Gruppen im Kampf gegen den IS zu unterstützen.

Erdogan schloss jedoch ein Vordringen türkischer Kräfte ins Landesinnere, in Richtung der seit Wochen heftig umkämpften Stadt Aleppo aus. Es gehe darum, Terroristen in der Grenzregion nahe der Stadt Al-Bab zu bekämpfen.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warf Syrien vor, von der Türkei unterstützte Rebellen zu bombardieren, statt die radikalislamische IS-Miliz anzugreifen. Dadurch werde sich sein Land aber nicht vom Einsatz in Syrien abhalten lassen. Nach Angaben der türkischen Armee wurden wohl aus syrischen Hubschraubern Fassbomben auf Rebellen abgeworfen, die von der Türkei im Kampf gegen den IS unterstützt werden.

Unterdessen seien bei Bombardements einer Schule in der syrischen Provinz Idlib mindestens 35 Menschen, darunter elf Kinder, getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwochabend mit. Die Organisation bezieht ihre Informationen von Aktivisten in Syrien, hat ihren Sitz jedoch in Großbritannien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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