Weltpolitik

Israel öffnet Grenzposten zum Gazastreifen wieder

Vier Tage nach der Schließung hat Israel die erneute Öffnung der beiden Grenzposten zum Gazastreifen angekündigt. Die Übergänge Erez für Personen und Kerem Shalom für Waren seien ab Sonntag wieder geöffnet, teilte das Büro des israelischen Verteidigungsministers Avigdor Lieberman mit. Lieberman begründete den Schritt mit einem "Rückgang der Gewalt im Gazastreifen" während des Wochenendes.

An der Grenze von Erez kommt es immer wieder zu Protesten SN/APA (AFP)/SAID KHATIB
An der Grenze von Erez kommt es immer wieder zu Protesten

Überdies habe die in dem Küstenstreifen regierende radikalislamische Hamas am Freitag bei erneuten Protesten an der israelischen Grenze mäßigend auf die Demonstranten eingewirkt. Über die ebenfalls unterbrochene Lieferung von Treibstoff aus Katar werde in einigen Tagen entschieden.

Israel hatte die Grenzsperrung am Mittwoch verhängt, nachdem aus dem Gazastreifen eine Rakete auf die Stadt Beer Sheva im Süden des Landes abgefeuert worden war. Die Hamas hatte den Raketenbeschuss aus ihrem Gebiet jedoch verurteilt.

Bei Palästinenserprotesten am Freitag waren Vertreter der Hamas zu sehen, die Demonstranten von Angriffen auf den Grenzzaun abhielten. Seit Ende März kommt es an der Grenze immer wieder zu Protesten und blutigen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee. Mehr als 200 Demonstranten und ein israelischer Soldat wurden dabei getötet.

Israel hat vor Jahren eine Blockade gegen den Gazastreifen verhängt und begründet dies mit der Notwendigkeit, die Hamas am Erwerb von Waffen und anderen militärischen Gütern zu hindern.

Der einzige andere Grenzübergang des Gazastreifens für den Warenverkehr ist in Rafah an der Grenze zu Ägypten. In den vergangenen Jahren war dieser Übergang meist geschlossen, seit Mitte Mai ist er aber weitgehend wieder offen.

Jordanien verlangt unterdessen von Israel im Friedensvertrag von 1994 überlassene Gebiete zurück. Das Nachbarland sei darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die Übereinkunft zu Bakura und Ghumar nicht verlängert werde, erklärte König Abdullah II. am Sonntag nach Angaben der jordanischen Nachrichtenagentur Petra. "Bakura und Ghumar sind jordanisches Land und werden jordanisch bleiben."

Quelle: Apa/Ag.

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