Weltpolitik

Israel sprengt Haus eines Anschlags-Komplizen in die Luft

Die israelische Armee hat im besetzten Westjordanland das Haus eines Palästinensers zerstört, der einen Attentäter zum Tatort gefahren hatte. Das Gebäude im Dorf Dura nahe Hebron wurde in der Nacht zum Dienstag von Soldaten in die Luft gesprengt, teilten die Sicherheitskräfte beider Seiten mit.

Der Besitzer hatte laut Beschuldigung der israelischen Behörden die Täter transportiert, die Anfang Juli auf einer Landstraße südlich von Hebron auf ein israelisches Auto schossen. Beim dadurch ausgelösten Unfall starb der Fahrer, ein Rabbiner aus einer nahegelegenen jüdischen Siedlung. Der Hauptverdächtige wurde Ende Juli getötet, als er sich seiner Festnahme mit Schüssen widersetzte.

Israel setzt den umstrittenen Strafabriss der Häuser oder Wohnungen von Attentätern in den vergangenen Monaten vermehrt als Abschreckungsmaßnahme ein und reagiert damit auf eine Welle von Anschlägen. Kritiker bezweifeln allerdings die Rechtmäßigkeit und Wirksamkeit dieser Maßnahme, die weitere Gewaltakte provozieren könne und eine Kollektivbestrafung der Angehörigen bedeute.

Als weitere umstrittene Abschreckungsmethode behalten die Sicherheitsbehörden die Leichen von Attentätern ein oder verzögern ihre Überstellung. So wurde nach mehr als zehn Monaten in der Nacht zum Dienstag der Leichnam eines 19-Jährigen aus Ost-Jerusalem zur Bestattung freigegeben. Dieser hatte am 8. Oktober in Tel Aviv mit einem Schraubenzieher vier Menschen verletzt.

Die Beerdigung fand sofort im kleinen Kreis statt. Die Familie habe die Auflage akzeptiert, nicht mehr als 25 Personen zuzulassen und auf eine Verherrlichung der Tat zu verzichten, teilte eine Sprecherin der israelischen Polizei mit.

Quelle: Apa/Ag.

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