Weltpolitik

Israelische Polizei rückt auf Beduinendorf vor

Trotz internationaler Kritik an dem von Israel geplanten Abriss eines Beduinendorfes im besetzten Westjordanland ist die israelische Polizei auf das Dorf Khan al-Ahmar vorgerückt. Mehrere von Aktivisten aufgestellte Wohnwagen wurden am Donnerstagmorgen abgeschleppt, wie das israelische Verteidigungsministerium mitteilte.

Das Dorf Khan al-Ahmar im Visier der Israelis SN/APA (AFP)/AHMAD GHARABLI
Das Dorf Khan al-Ahmar im Visier der Israelis

Die Zufahrtsstraßen zu dem Dorf wurden abgeriegelt, wie ein Agentur-Reporter berichtete. In Khan al-Ahmar wuchs die Angst, die Räumung könne unmittelbar bevorstehen.

Das israelische Oberste Gericht hatte vor wenigen Tagen endgültig grünes Licht für den Abriss des Beduinendorfes gegeben. Khan al-Ahmar, das östlich von Jerusalem in der Nähe israelischer Siedlungen liegt, hat rund 170 Einwohner. Die meisten von ihnen leben in ärmlichen Unterkünften aus Wellblech und Holz. Israels Behörden wollen das Dorf schon seit Jahren abreißen lassen, weil es ohne Genehmigung errichtet worden sei.

Mehrere europäische Länder, die UNO und Nichtregierungsorganisationen hatten an Israel appelliert, das Dorf nicht abzureißen. Vertreter der Beduinen argumentierten, die Dorfbewohner hätten keine andere Wahl gehabt, als das Dorf ohne Genehmigung zu errichten, weil Israels Behörden Palästinensern in großen Teilen des Westjordanlandes keine Baugenehmigung erteilen.

Eine einstweilige Verfügung gegen den Abriss lief am Mittwoch aus. Damit kann die israelische Armee das Dorf nun jederzeit räumen. Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien hatten die israelische Regierung am Montag erneut aufgefordert, das Dorf nicht abzureißen.

Quelle: Apa/Ag.

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