Weltpolitik

Israelische Sicherheitskräfte suchen nach Anschlag Täter

Die Sicherheitskräfte in Israel suchen nach einem tödlichen Anschlag östlich von Tel Aviv zwei Palästinenser aus dem Westjordanland als mutmaßliche Attentäter. Die beiden stammten aus der Nähe von Jenin und seien 19 und 20 Jahre alt, teilte die Polizei am frühen Freitagmorgen mit. Informationen über ihren Aufenthalt müssten den Behörden mitgeteilt werden. Bei dem Anschlag am Donnerstagabend wurden drei Menschen getötet.

Sicherheitskräfte suchen nach zwei Palästinensern SN/APA/AFP/JACK GUEZ
Sicherheitskräfte suchen nach zwei Palästinensern

Nach Angaben eines Rettungsdienstes gab es bei dem Angriff in Elad, einer Ortschaft strengreligiöser Bewohner, zudem vier Verletzte. Das Sheba-Krankenhaus teilte am Freitagmorgen mit, einer der Verletzten sei weiter in kritischem Zustand.

Die Polizei geht von zwei Tätern aus: Einer habe geschossen, ein anderer mit einer Axt Passanten angegriffen, hieß es am Abend. In der Umgebung seien Straßensperren errichtet worden. Ein Polizeihubschrauber folge einem verdächtigen Fahrzeug.

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas verurteilte den Anschlag in Elad, wie die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA berichtete. "Die Tötung von palästinensischen und israelischen Zivilisten führt nur zu einer weiteren Verschlechterung der Situation, während wir alle uns darum bemühen, Stabilität zu erreichen und Eskalation zu verhindern." US-Außenminister Antony Blinken sagte laut einer Stellungnahme: "Dies war ein entsetzlicher Angriff auf unschuldige Männer und Frauen und besonders abscheulich, weil er stattfand, als Israel seinen Unabhängigkeitstag feierte." Israel hatte am Donnerstag seinen 74. Unabhängigkeitstag begangen.

Mit dem neuen Anschlag wurden bei einer Terrorwelle in Israel seit Ende März 17 Menschen getötet. Bei zwei Anschlägen waren die Täter israelische Araber, Unterstützer der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Zwei weitere Anschläge wurden von Palästinensern aus dem Westjordanland verübt.

Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden, islamistischen Palästinenser-Organisation Hamas sagte am Donnerstagabend, bei dem neuen Anschlag handle es sich um eine Reaktion auf Israels "Stürmung" des Tempelbergs in Jerusalem. Zuvor hatte die Hamas bereits vor "Konsequenzen" gewarnt, sollten Israelis am Donnerstag wieder den Tempelberg besuchen. Die Polizei erlaubte es am israelischen Unabhängigkeitstag jüdischen Israelis, die heilige Stätte zu besuchen. Dabei kam es erneut zu Konfrontationen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

Der Tempelberg (Al-Haram al-Sharif) mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Der Tempelberg steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten. Dagegen gibt es jedoch immer wieder Verstöße. Die Palästinenser werfen Israel vor, es wolle seine Kontrolle der heiligen Stätte ausweiten. Israel hat jedoch betont, man sei dem Status quo verpflichtet.

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