Weltpolitik

Israelischer Präsident gegen Begnadigung von Ex-Soldat

Der israelische Präsident Reuven Rivlin hat das Gnadengesuch eines Ex-Soldaten abgelehnt, der einen verletzten palästinensischen Attentäter mit Kopfschuss getötet hatte. Ein Sprecher Rivlins teilte am Sonntag mit, die Entscheidung sei Elor Azaria mitgeteilt worden, der gegenwärtig wegen Totschlags eine 14-monatige Haftstrafe absitzt.

14 Monate Haft für Totschlag SN/APA (AFP/Archiv)/JACK GUEZ
14 Monate Haft für Totschlag

Der damalige Kampfsanitäter hatte im März 2016 in Hebron einen am Boden liegenden verletzten palästinensischen Attentäter mit einem Kopfschuss getötet. Ein Mitarbeiter der israelischen Menschenrechtsorganisation B'Tselem filmte den Vorfall.

Der Fall hatte weltweit für Aufsehen gesorgt und in Israel eine heftige Kontroverse ausgelöst. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich mehrfach für eine Begnadigung des Ex-Soldaten ausgesprochen.

Ein Militärgericht hatte Azaria im Jänner des Totschlags für schuldig befunden und ihn später zu 18 Monaten Haft verurteilt. Ein Berufungsgericht bestätigte Ende Juli das Urteil. Anfang August hatte Azaria seine Strafe angetreten, im Monat darauf verkürzte Generalstabschef Gadi Eizenkot sie um vier Monate.

"Eine weitere Erleichterung der Strafe würde der Widerstandskraft der israelischen Armee und des Staates Israel schaden", hieß es in der Begründung für Rivlins Ablehnung des Gnadengesuchs. Die "Reinheit der Waffen" gehöre zu den zentralen Werten der Armee.

Azaria hatte während des Prozesses angegeben, er habe befürchtet, der Palästinenser könnte einen versteckten Sprengsatz tragen. Die Richter hielten seine Aussagen allerdings für nicht glaubwürdig.

Quelle: Apa/Dpa

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