Weltpolitik

Israels Parlament für Einschränkung von Muezzinrufen

Das israelische Parlament hat am Mittwoch zwei Gesetzentwürfen zur Einschränkung von Gebetsrufen von Moscheen vorläufig zugestimmt. Der erste Entwurf sieht vor, die Nutzung von Lautsprechern für Gebetsrufe rund um die Uhr zu verbieten. Im zweiten Gesetzentwurf gilt das Verbot für die Zeit von 23.00 Uhr abends bis 07.00 Uhr morgens.

Muezzin soll nicht mehr rund um die Uhr über Lautsprecher rufen dürfen.  SN/APA (AFP)/AHMAD GHARABLI
Muezzin soll nicht mehr rund um die Uhr über Lautsprecher rufen dürfen.

Beide Entwürfe sollen nach Parlamentsangaben im weiteren Gesetzgebungsprozess miteinander abgestimmt werden. Zur Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes sind im Parlament noch drei weitere Lesungen vorgesehen.

Der Verabschiedung der beiden Gesetzentwürfe mit 55 zu 48 beziehungsweise 55 zu 47 Stimmen ging im Parlament eine heftige Debatte voraus. Dabei kam es zu hitzigen Wortgefechten zwischen Abgeordneten der rechten Regierungskoalition und arabischen Parlamentariern. Einige von diesen zerrissen die Gesetzentwürfe und wurden daraufhin des Parlaments verwiesen.

Theoretisch gilt das Verbot für alle Gotteshäuser, betroffen ist aber vor allem der Muezzinruf von Moscheen. Die Maßnahmen erzürnen Muslime nicht nur in Israel, sondern weltweit. Sie sehen darin eine reine Schikane. Befürworter des Verbots begründen den Vorstoß mit Lärmbelästigung und dem angeblichen Missbrauch der Lautsprecher für Hassbotschaften.

Quelle: Apa/Ag.

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