Weltpolitik

Italienische Helferin nach Entführung in Kenia 2018 wieder in Rom

18 Monate nach ihrer Entführung in Kenia ist die junge italienische Helferin Silvia Romano in Rom eingetroffen. Die Mailänderin, die im November 2018 bei einem bewaffneten Angriff auf ein Kinderheim im Dorf Chakama in Südostkenia verschleppt worden war, wurde am Sonntag vom italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte und von Außenminister Luigi Di Maio auf dem Flughafen Ciampino empfangen.

Die junge Frau, die ein muslimisch-grünes Gewand trug, stieg mit einer Atemschutzmaske aus dem Flugzeug aus und umarmte ihre Familie. Sie schien in guter Verfassung. Sie soll von der römischen Staatsanwaltschaft über die Hintergründe ihrer Entführung befragt werden.

Romano war für die Kinderschutzorganisation "Orphan's Dream" in Kenia im Einsatz, als sie entführt wurde. Beim Angriff mehrerer bewaffneter Männer waren am 20. November 2018 fünf Menschen in dem betreffenden Waisenhaus verletzt worden, darunter drei Kinder. Chakama liegt rund 60 Kilometer von der Küstenstadt Malindi entfernt, die bei italienischen Touristen und Einwanderern beliebt ist.

"Ich war stark und habe nicht aufgegeben", wurde Romano zitiert. Die junge Frau wurde dank einer Aktion der italienischen Geheimdienste mit türkischen und somalischen Kräften 30 Kilometer von der somalischen Hauptstadt Mogadischu entfernt befreit. Die Befreiung erfolgte in einer schwer zugänglichen Gegend, die zuletzt von Überschwemmungen heimgesucht worden war.

Premier Conte bezeichnete die Freilassung Romanos als gute Nachricht in einer für Italien wegen der Coronakrise schwierigen Zeit. Die Freilassung sei das Resultat harter Arbeit des Außen- und des Verteidigungsministeriums sowie der Geheimdienste. "Der Staat lässt niemand allein", sagte Conte.

Quelle: SN, Apa

Aufgerufen am 21.10.2020 um 04:18 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/italienische-helferin-nach-entfuehrung-in-kenia-2018-wieder-in-rom-87376906

Kommentare

Schlagzeilen